Freiheit für die Seehunde

Mitte Oktober haben Mitarbeiter der Seehundstation Norddeich von Bord der Spiekeroog I wieder aufgepäppelte Seehunde ausgewildert. Diesmal  trugen die Fachmänner die Körbe mit den früheren Heulern aber nicht direkt auf die Sandbank an der Ostspitze Langeoogs: Die Auswilderung erfolgte von einer Gitterbox aus, die mit dem Kran am Bug des Schiffes über das Wasser geschwenkt wurde. An Bord gab es wie in jedem Jahr wieder mehrere hundert begeisterte Schaulustige. Die in Freiheit entlassenen Seehunde waren Fabian (im Juli auf Wangerooge mit 8,6 Kilo gefunden und jetzt 34 Kilo schwer), Ramona (im August auf Norderney mit 11,2 Kilo gefunden und nun 30,2 Kilo schwer), Lift (im August mit 12,9 Kilo gefunden und nun 31,3 Kilo schwer) sowie Ralf (im August mit 13,1 Kilo gefunden und nun 30,4 Kilo schwer). Der Insulaner Uli Bauer wurde vom Förderverein der Seehundstation für seine lange Tätigkeit als ehrenamtlicher Mitarbeiter geehert. Foto: Claudia Wieczorek

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Lesen Sie in unserer aktuellen Nr. 23/2019 vom 19. Oktober:

 

Gerda Heusipp legt Ratsmandat nieder

Nachfolger für die Spedition gefunden

Besuch von der Insel Ameland

Trotz Rekord-Verschuldung Optimismus bei Haushaltsverabschiedung

Den inselboten gibt es 26 mal auch in diesem Jahr: 

 Die nächste Ausgabe erscheint am 16. November  2019.

 

„Aus einer Position der Stärke“

Die Insel wagte einen Blick in die Zukunft: Der aktuelle Stand eines neuen Tourismuskonzeptes und die Fortschritte der Nachhaltigkeitsinitiative standen auf der Tagesordnung der Einladung der Nordseebad (NSB) Spiekeroog GmbH im Inselkino. Fast 100 Spiekerooger waren gekommen und folgten den kompakten, informativen Präsentationen. Patrick Kösters präsentierte Ideen für ein neues Tourismuskonzept, das zuvor in verschiedenen Arbeitsgruppen auf breiter Basis entwickelt wurde. Der Bereichsleiter Tourismus benannte die Probleme Spiekeroogs wie unter anderem der Verkauf von Immobilien an Menschen, die mit ihren Häusern keinen Beitrag zum Fremdenverkehr mehr leisten. Kösters sieht deshalb „Handlungsbedarf am Fundament” der Insel und bezweifelt, dass der Markt allein die Schwachstellen beseitigen kann. Stattdessen warb Kösters für eine „proaktive Daseinsvorsorge” und „aktive Wirtschaftsförderung”. Konkrete Sorgenkinder sein der Fortbestand des Gepäcktransportes über das Jahr 2019 hinaus oder die Neukonzeption der Strandhalle. Das Thema Saisonalität gehört zum Kern des neuen Tourismuskonzeptes mit der Benennung eines verlässlichen Angebotes an Grundleistungen (Hotel, Gastronomie, Einzelhandel) auch im Winter. Ansgar Ohmes sagte, Tourismuskonzept und Nachhaltigkeitsinitiative würden in einem gemeinsamen Weg aus einer „Position der Stärke“ entwickelt, Spiekeroog befinde sich in keiner Notsituation. Das bestätigten dann auch die Referenten Martin Balas und Prof. Dr. Hartmut Rein von der BTE Tourismus- und Regionalberatungsfirma. Nachhaltigkeit bedeute nichts anders als Zukunftsfähigkeit – und hier sehen die beiden Experten viel Substanz auf Spiekeroog. Gäste würden Spiekeroog bereits heute als „grüne Insel” auch im Sinne von ökologischer Urlaubsdestination sehen. Die BTE-Referenten empfahlen der Insel, sich „nichts von außen aufdrücken zu lassen” sondern auf die eigenen Potenziale stolz zu sein. Danach stellten Teilnehmer der einzelnen Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse vor: Swaantje Fock und Carsten Heithecker vom Nationalparkhaus Wittbülten sprachen über Projekte in den Bereichen Nachhaltigkeit in der Gastronomie und den Beherbergungsbetrieben sowie im insularen Alltag, Dr. Dorothea Seeger (BUND-Meeresschutzbüro) berichtete über Vermeidung von Müll und Hartmut Brings (Inselbote) über die Öffentlichkeitsarbeit der Spiekerooger Nachhaltigkeitsinitiative.