Bunte statt grüne Insel

Was für eine schöne Aktion! Kulturstiftung und Kurverwaltung haben in der Silvesternacht zehn Orte auf der Insel bunt angestrahlt. Das Foto oben zeigt den Eingang zum Kurgarten an der Straße In d’Kamp. Vor einem Jahr feierte die Illumination auf der grünen Insel Premiere. Während des Beherbergungsverbotes vor einem Jahr riefen die Organisatoren auf, die Stationen mit Abstand zu erwandern. Mitmachen durften damals freilich nur Einheimische und Zweitwohnungsbesitzer. Das war diesmal anders: Gut 2000 Urlauber feierten auf Spiekeroog einen ruhigen Jahreswechsel 21/22. Auf die traditionelle Zusammenkunft vor dem Rathaus verzichtete die Kulturstiftung wegen der Pandemie auch zu Silvester 2021 wie schon im ersten Corona-Jahr. 2021 strahlten Kulturstiftung und Kurverwaltung auch viel Natur an: die Bäume im Süderloog, das Kirchenwäldchen oder eben den Durchgang im Kurpark. Besonders beeindruckend war die Illumination am Bahnhof mit den Gleisen zum vor dem Deichschart abgestellten Pferdebahn-Waggon 21. Alle Fotos sind natürlich in unserer ersten Ausgabe des 28. Jahrgangs am 22. Januar 2022 zu sehen.

 

Sternenhimmel statt Böller und Raketen

Silvester steht vor der Tür und viele Menschen möchten das Neue Jahr in einem besonderen Rahmen begrüßen. Für die einen gehört dazu ein schönes Essen im Familien- oder Freundeskreis, Musik, Spiele und knallende Sektkorken um Mitternacht. Andere lassen es gern lauter krachen – mit einem Feuerwerk aus Böllern und leuchtenden Raketen. Jedes Jahr entzündet sich erneut die Diskussion, ob Feuerwerk angesichts der nachteiligen Auswirkungen auf Mensch und Tier, Natur und Umwelt noch zeitgemäß ist. Für den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer erübrigt sich die Debatte: Zum Schutz der wild lebenden Tiere sind Feuerwerke innerhalb des Nationalparks streng verboten.

Dafür bietet das Schutzgebiet abseits der großen Siedlungsbereiche ein unbezahlbares Lichtspektakel: Bei klarem dunklem Nachthimmel entfaltet sich über dem Wattenmeer ein faszinierendes Sternenzelt. In diesem Jahr wurden die Inseln Spiekeroog im niedersächsischen und Pellworm im schleswig-holsteinischen Wattenmeer von der International Dark Sky Association als erste Sterneninseln in Deutschland ausgezeichnet. Aber auch andere Wattenmeer-Inseln und wenig besiedelte Küstenabschnitte laden dazu ein, staunend zu beobachten, wie ein Stern nach dem anderen am Firmament erscheint. „Dieses einzigartige Erlebnis direkt vor unserer Haustür gibt es völlig kostenlos, ohne Lärm und Luftverschmutzung, ohne Müll und Verletzungsgefahr“, fasst Imke Zwoch, Sprecherin der Nationalparkverwaltung, die Pluspunkte gegenüber dem Feuerwerk zusammen.

Initiator der Sterneninsel-Auszeichnung ist der renommierte Astrophysiker Dr. Andreas Hänel. Während einer nächtlichen Exkursion auf Spiekeroog zeigte sein Messgerät eine perfekte Dunkelheit an, die er bisher weltweit nur an ganz wenigen Orten gemessen hatte. Sein persönlicher Tipp: Für die kommende Silvesternacht gibt es besonders gute Aussichten, da der Himmel in diesem Zeitraum – zwei Tage vor Neumond – besonders dunkel ist.

Für Zugvögel ist der Sternenhimmel – neben ihrem Magnetsinn – eine wesentliche Orientierungsquelle. Die meisten Vögel ziehen nachts. Auch sie profitieren von einem natürlichen Sternenhimmel, der nicht durch künstliche Lichtquellen (Lichtverschmutzung) beeinträchtigt wird. Das Wattenmeer ist für Abertausende Gänse, Enten, Watvögel und Singvögel ein überlebenswichtiges Rastgebiet. „Die Vögel, die hier überwintern, brauchen jetzt bei Kälte und knappen Nahrungsreserven besonders viel Ruhe“, erklärt Imke Zwoch. „Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass Feuerwerk erhebliche, teilweise sogar lebensbedrohliche Auswirkungen auf die Tiere hat.“ Oftmals kommen sie danach tagelang nicht zur Ruhe und nehmen keine Nahrung zu sich. Auch direkte stressbedingte Todesfolgen wurden festgestellt. „Der Verzicht auf Böller und Raketen – freiwillig auch außerhalb des Nationalparks – ist ein wichtiger Beitrag zum Schutz unserer Zugvögel, die uns tagsüber mit ihren kunstvollen Flügen am Himmel erfreuen“, so Imke Zwoch. „Und das gemeinsame Erleben des stillen Sternenhimmels in der Silvesternacht ist für Menschen in Feierlaune mal ein ganz anderes Event als das altgewohnte Feuerwerk – eine echte win-win-Situation.“

Inzidenz im Landkreis steigt auf 238,7

Am Montag sind 30 neue positive Corona-Fälle im Landkreis Wittmund hinzugekommen, davon zwei weitere auf Spiekeroog. 30 weitere Personen sind inzwischen wieder genesen, sodass die

Zahl der aktiven Fälle im Kreisgebiet derzeit 145 beträgt.

Zu den Indikatoren:

Die vom Robert-Koch-Institut (RKI) angegebene 7-Tage-Inzidenz für den Landkreis Wittmund liegt bei 238,7.

Die 7-Tages-Hospitalisierungsinzidenz beträgt in Niedersachsen 5,2. (Grenzwert zur Warnstufe 2: 6)

Der landesweite prozentuale Anteil der mit COVID-19-Erkrankten belegten Intensivbetten an der Intensivbettenkapazität liegt bei 5,3 %. (Grenzwert zur Warnstufe 2: 10 %)

Alle aktuellen Regelungen hierzu finden Sie unter: https://corona.landkreis-wittmund.de

Krippenspiel

In der Christvesper an Heiligabend um 15.30 Uhr in der Neuen ev. Kirche zeigen Spiekerooger Kinder das Weihnachtsspiel „Drei Engel auf dem Dach“. Der Text stammt von Kurpastor Eugen Eckert. Das Foto oben stammt von einer Probe Mitte Dezember.

 

Lebendiger Adventskalender

Die Spiekerooger Stiftung hat die 13. Auflage des Lebendigen Adventskalenders gestartet. Erster Gastgeber am 1. Dezember war die Gemeindeverwaltung (Foto oben Rathaus). Mittlerweile läuft die beliebte Aktion unter der 2G-Regel. Täglich wird am „geöffneten Fenster“ die Losnummer der wohltätigen Tombola gezogen.

 

Lesen Sie in unserer aktuellen Nr. 26 / 2021 vom 30. Dezember (Silvester) :

Gewerbesteuer-Nachzahlungen erfreuen den Kämmerer

Ehrliche Insel: Fundstücke landen bei der Polizei

Kulturstiftung lässt Insel zum Jahreswechsel erstrahlen

Lieb und teuer: Spiekerooger Preise 2021

 

Den inselboten gibt es 26 mal auch im Jahr 2022: 

 Die nächste Ausgabe erscheint am 22. Januar

 

Kösters neuer Bürgermeister

Patrick Kösters trat am 1. November als vierter Hauptverwaltungsbeamter der Insel-Geschichte das Amt des Spiekerooger Bürgermeisters an.  Wolfhart Klasing (li.) nahm als ältestes Ratsmitglied in der konstituierenden Sitzung des neuen Rates in der Inselschule dem 43-Jährigen den Amtseid ab. 

 

Baubeginn hinterm Insel-Bad

Hinter dem Inselbad hat der Neubau des Thalasso-Gesundheitszentrums begonnen. Mitte November konnte die NSB mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises eine Einigung zur Verlegung des unterirdischen Seewasser-Tanks erzielen. Die Fertigstellung des rund 3,5 Millionen Euro kostenden Thalasso- und Gesundheitszentrums ist für Sommer 2022 geplant.

 

 

 

Neue Brücke – Weg wieder frei!

Die Firma Götze aus Emden hat Ende Oktober die drei Brückenelemente des Deichwegs über den sanierten Deichschart aufgesetzt. Der Weg auf dem Deich zwischen Westend und Werkstatt ist wieder geöffnet.

Spiekeroog wählte Rot-Grün

Bei der Bundestagswahl am Sonntag wählte die grüne Insel Rot-Grün. Die SPD bekam 30,0, die Grünen 27,5 Prozent. Beide Parteien konnten auf der Insel gegenüber 2017 deutlich zulegen (+7,4 bzw. 13,0 Prozent). Die CDU verlor fast 13 Prozentpunkte und erreichte nur noch 17,6 Prozent. Die FDP kam mit leichten Verlusten auf 11,5, die Linke halbierte sich auf 4,6 Prozent. Bei den „Sonstigen“ erreichte die Tierschutzpartei 2,3 und die AFD 1,6 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 80,7 Prozent. 

Pferderbahn in der Winterpause

Nach der Sturmflutwarnung vom 20. Oktober hat die NSB das Deichschart geschlossen. Fünf Mann waren etwa eine Stunde mit der Montage der zwei Reihen Dammbalken mit jeweils 20 Einzelstücken beschäftigt. Das Deichschart bleibt jetzt zu, die Museumspferdebahn ist in der Winterpause.