Erst Qualm, dann Osterfeuer

Beim traditionellen Osterfeuer am Hellerpad am Abend des Karsamstags dauerte es eine ganze Weile, bis aus dem Qualm ein Feuer wurde. Über den Abend verteilt schauten mehr als 1000 Menschen dem Spektakel zu. Erbsensuppe und Bratwurst schmeckten vorzüglich. Sehen Sie unsere Bildergalerie in der Nr. 4 / 2024 vom 6. April.

Lesen Sie in unserer aktuellen Ausgabe 4 / 2024 vom 6. April

– Idee zur Belebung des Tagesgastgeschäfts: Preisnachlass für Fähr-Ticket bei Regenwetter

– „Tuitje“ bei Juist in Seenot

– Wangerooge, Spiekeroog, Baltrum und Juist im Dorfentwicklungsprogramm

– Jazzfestival: beim 17. Mal sogar an sechs Tagen

– Manfred Hellweger im Portrait: Der Sieger des 4. Skulpturenwettbewerbes

 

Der nächste Inselbote erscheint am 20. April (Nummer 5 / 2024)

 

Strandkorbsaison eröffnet

Harald Janssen hat mit der Vermietung der Strandkörbe begonnen. Von den im Sommer rund 650 Körben steht bereits ein Drittel am Strand. Kosten pro Tag: 15 Euro (ab der 2. Woche 12 Euro / Tag). In der Karwoche lässt sich auch endlich mal die Sonne länger über der Insel sehen.

 

 

 

Teeabend

Zum letzten Mal zweistellig. Ein Jahr vor dem großen Jubiläum feierte der Klootscheterverein seinen Teeabend in der Kogge. Mit dabei: der Musikverein mit Sängerin Tina Franz sowie Hinni (Indra Dijkgraaf) und Erna (Christiane Andreesen-Ahsendorf) mit ihrem Sketch zur aktuellen Insel-Politik. Im nächsten Jahr steigt dann die große Sause zum 100. Geburtstag!

 

 

Aus „Feinkost Sanders“ wird „Watt’nKoophuus“

Zur Wiedereröffnung des Edeka-Marktes in der Dorfmitte am 22. März hat die Edeka Minden-Hannover Stiftung & Co. KG folgenden Pressetext veröffentlicht:

 

Die Umbauarbeiten im Watt‘nKoophuus auf Spiekeroog sind nach insgesamt zwölf Wochen beendet. Dabei wurde aus dem ehemaligen „Feinkost Sanders“ ein zukunftsfähiger Markt. Heute öffnet Watt‘nKoophuus seine Türen und bietet seinen Kunden ein neues Einkaufserlebnis mit Wohlfühlambiente. „Wir freuen uns, Insulaner und Urlaubsgäste wieder begrüßen zu dürfen. Sie werden begeistert sein von der Frische und Vielfalt, dem regionalen Sortiment und der modernen Atmosphäre, die der neue Markt bietet“, betont Frederik Lüders, Inhaber des Watt’nKoophuus auf Spiekeroog.

Ein Blick zurück: Der von der Familie Sanders geführte Markt „Feinkost Sanders“ war zu klein geworden und nicht mehr zeitgemäß. „Mit dem neuen Markt sind wir nun gut für die Zukunft aufgestellt. Die Nahversorgung der Bürgerinnen und Bürger sowie der Spiekerooger Urlaubsgäste ist sichergestellt“, freut sich Frederik Lüders. Nach über 150 Jahren Lebensmitteleinzelhandel am Standort erstrahlt das 200 Quadratmeter große Watt’nKoophuus auf Spiekeroog in einem komplett neuen Erscheinungsbild. Dabei sorgen die neue Einrichtung, eine heimatverbundene Innen- und Außengestaltung sowie eine attraktive Warenpräsentation für eine moderne und freundliche Atmosphäre. Auch das Markt-Team ist durch die Erweiterung gewachsen: von vier auf sechs festangestellte Mitarbeitende, die von saisonalen Aushilfen unterstützt werden. Unverändert bleiben der persönliche Service, die wohlsortierte Warenvielfalt, die hohe Qualität und die verlässliche Frische – so kennen Kundinnen und Kunden den Markt mitten im Dorf bereits seit vielen Jahren.

Flexibles und bequemes Einkaufen
Watt‘nKoophuus auf Spiekeroog ist nun ein moderner Nahversorger mit zeitgemäßem Standard. Der Kassenbereich verfügt über eine herkömmliche Kasse. Zusätzlich stehen den Kunden ab sofort zwei Self-Scanning-Kassen für einen schnelleren Bezahlvorgang zur Verfügung. Die neu geschaffene SB-Backstation versorgt die Kunden täglich mit frischen Backwaren. Der Markt bietet mit Artikeln von GUT&GÜNSTIG-Produkten auf Discount-Preisniveau über Markenartikel bis hin zu regionalen Spezialitäten eine große Auswahl. Der Fokus liegt im gesamten Markt auf Frische und Vielfalt in EDEKA-Qualität. Das Sortiment an Bio- und regionalen Produkten sowie vegetarischen und veganen Artikeln ist bereits umfangreich und wird stetig weiter ausgebaut. Für Fragen und persönliche Beratung steht den Kunden das Markt-Team jederzeit zur Seite.

Regionalität steht im Fokus
Frederik Lüders und sein Team legen großen Wert auf Regionalität. „Wir arbeiten bewusst mit vielen regionalen Lieferanten zusammen, um die Wirtschaftskraft vor Ort zu stärken“, erklärt der selbstständige Kaufmann. Zu den aktuell zwölf regionalen Lieferanten gehören unter anderem die Bäckerei Ripken und Schoof, die Auricher Kaffeerösterei, die Käserei May, Auricher Eier, Van der Huir sowie Auricher Süßmost.

Moderne Gebäudetechnik für geringen Energieverbrauch
Auch durch seine umweltfreundliche Ausstattung und die nachhaltige Gebäudesanierung zeigt sich Watt’nKoophuus fortschrittlich. Die alten Kassen und Waagen wurden entfernt und durch neue Geräte ersetzt. Unzählige Meter Kabel sind gezogen, eine neue IT-Infrastruktur und ein neues Warenwirtschaftssystem wurden installiert. Mit dem Umbau wurden nun auch größere technische Arbeiten durchgeführt, wie die Neuinstallation der gesamten Elektro-Unterverteilung und der Lüftungsanlage sowie die Installation einer neuen Brandmeldeanlage. Auch die Chancen der Gebäudedigitalisierung werden im Markt genutzt – etwa bei der Raumtemperatur-Überwachung durch die zentrale Leitwarte in Minden. Technische Anlagen können so zentral auf die Einhaltung ihrer Sollwerte hin überwacht werden.

Geöffnet ist Watt‘nKoophuus im Noorderloog 2a in der Hauptsaison montags bis samstags von 7 bis 19 Uhr sowie sonntags von 8 bis 12 und von 15 bis 19 Uhr – genügend Zeit für die Kunden, das moderne Einkaufsambiente zu genießen.

Über die feierliche Eröffnung am Vorabend berichtet der Inselbote in Wort und Bild in seiner Ausgabe am 6. April (Nummer 4 / 2024).

 

 

 

TatüTata x 5

Am Freitag (1. März) hat die Freiwillige Feuerwehr am Hafen ihr neues Fahrzeug in Empfang genommen: Der GW-L 1 (Gerätewagen Logistik) kam mit der „Harle Gatt“ der Reederei Warrings aus Harlesiel übers Watt. Zusammen mit den derzeit noch anderen 4 Feuerwehrautos zog die Kolonne mit Martinshorn durchs Dorf bis zum Gerätehaus. Der neue Unimog ist für die Fahrt auch am Strand ausgelegt und mit Aufbau für die Strandrettung ausgerüstet. „Strandschwein“ ist der Name des neuen Spiekerooger Feuerwehrautos.

 

Wenn der Bagger per Schiff kommt – OOWV repariert Leitung vor Wangerooge

Harlesie l/ Wangerooge. Nur wenige Stunden legt die Ebbe den Meeresboden frei, aber der Bautrupp hat das knappe Zeitfenster effizient genutzt: Ein Ende Februar festgestellter Defekt in der Trinkwasserleitung zwischen der Insel Wangerooge und dem Festland ist seit Montagmittag repariert. Nun kann der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) das frische Trinkwasser wieder durch drei parallel verlaufende Leitungen zur Nordseeinsel fließen lassen. Damit gelang die Reparatur rechtzeitig vor dem Beginn der Osterferien, wenn zusätzlich zu den rund 1200 Insulanern zahlreiche Feriengäste versorgt werden müssen. Insgesamt sind es etwa 190.000 Kubikmeter Wasser im Jahr, die aus den OOWV-Wasserwerken Harlingerland und Sandelermöns nach Wangerooge strömen.
Besondere Umsicht war wegen der Lage des Leitungsschadens in den Salzwiesen gefragt, ein für Tiere und Pflanzen besonders wertvoller Lebensraum im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Um dieses schützenswerte Gebiet zu schonen, reisten die zwei für die Reparatur benötigten Bagger über die Nordsee an, auf einem Arbeitsboot der Reederei Warrings GmbH. Dieses war schon in den frühen Morgenstunden in Harlesiel ausgelaufen. Rund drei Stunden später ließ es sich nahe der Schadensstelle trockenfallen und die speziellen Bagger der Firma Jeschke GmbH rollten auf das Watt. Sehr breite Kettenlaufwerke sorgten dafür, dass der Boden nicht zu stark verdichtet wurde.
Sobald die aus dem Jahr 1962 stammende Versorgungsleitung per Bagger und Spaten freigelegt war, begannen die Fachkräfte des Bauunternehmens Ludwig Freytag, das defekte Rohrstück herauszutrennen. Wenig später hatten sie die Versorgungsleitung mit zwei Muffen und einem Stück neuem Rohr auch schon wieder verbunden. Die neuen Rohre hatte die Inselspedition zuvor bereits auf dem Deich bereitgelegt. OOWV-Mitarbeiter trugen sie von dort zu Fuß zur Baustelle, um Tier- und Pflanzenwelt möglichst wenig zu stören. Nach nicht einmal drei Stunden hieß es „Wasser marsch“ – und der ungewöhnliche Einsatz in Watt und Salzwiesen war für das knappe Dutzend Helfer erfolgreich beendet. Schon beim Spülen zeigte sich, dass die reparierte Leitung hält. Proben stellen nun sicher, dass die Wasserqualität stimmt, bevor die Verbindung zum Trinkwassernetz wiederhergestellt wird.
Die 7,5 Kilometer lange Festlandleitung und das Wasserwerk Wangerooge, dessen Trinkwasserbrunnen nur noch als Plan B für den Notfall bereitstehen, werden seit einigen Jahren vom Festland aus technisch betreut. „Das läuft reibungslos und wenn mal etwas ist, so wie jetzt, sind wir per Flugzeug und Inselshuttle schnell da“, beobachtet der Leiter der zuständigen OOWV-Betriebsstelle Schortens Helge Lübben. Auch der aktuelle Defekt sei in der digitalen Überwachung durch einen gemessenen Druckabfall direkt bemerkt worden, berichtet Kai Selke, Anlagenkoordinator für Wangerooge. Die betroffene 125er-Leitung konnte vom Netz genommen werden – ohne spürbare Folgen für die Wasserversorgung auf der Insel. Denn eine weitere, auch von 1962 datierende und ebenfalls 125 Millimeter starke Rohrleitung sowie die neuere, größere 200er-Trinkwasserleitung übernahmen die Aufgabe des Wassertransports.
Insgesamt sind es vier Ostfriesische Inseln, auf denen der OOWV für die Trinkwasserversorgung zuständig ist. Auf Langeoog und Spiekeroog sind Wasserwerke in Betrieb, die die jeweilige Süßwasserlinse als Ressource nutzen. Diese Vorkommen reichen auf Baltrum und Wangerooge nicht aus, daher werden beide Inseln mit Leitungen vom Festland aus versorgt. Im Meeresboden sind diese Festlandleitungen durch Verschiebungen im Untergrund, auch infolge von Gezeiten und Stürmen, hohen Belastungen ausgesetzt. Trotz dieser Beanspruchung liegt der letzte Defekt vergleichbarer Größenordnung an einer Festlandleitung im OOWV-Gebiet gut drei Jahre zurück: Damals befand sich die Schadstelle allerdings mitten in der Nordsee zwischen Wangerooge und dem Festland und war so groß, dass über 300 Meter Leitung ausgetauscht werden mussten. „Es musste von einem Schwimmponton aus und per Horizontalbohrung gearbeitet werden“, denkt Betriebsstellenleiter Helge Lübben zurück. Nach einem Herbststurm im Jahr 2016 waren sogar zwei der drei Leitungen auf einen Schlag defekt und mussten ausgebessert werden.

Wenn der Bagger per Schiff kommt – OOWV repariert Wasserleitung vor Wangerooge 2
Sonia Voigt/OOWV

 

„Schaltjahrsnachwuchs“

Am 29. Februar kamen am Inselinternat ein Lamm und ein Galloway-Kalb zur Welt. „Schaltjahreskinder“ wie der Leiter der Tierhaltungsgilde Eckhard Wilken sagt.

 

Boßelfest im Dauerregen

Kurz vor Weihnachten fiel das Boßelfest wegen des Wintereinbruchs aus. Mitte Februar holte der Klootscheterverein An de Strand lang das Event für jedermann dann nach – bei Dauerregen. Immerhin beteiligten sich über 100 Spiekeroogerinnen und Spiekerooger beim Weit- und Zielboßeln auf dem Wüppspoor und Richelweg. Bei Birte Klug im „Blanken Hans 2.0“ folgten nachmittags für Kinder und abends für Erwachsene die stimmungsvollen Siegerehrungen.

 

Die Kammerphilharmonie Köln gastiert am Ostermontag auf Spiekeroog

Dieses Jahr spielt die Kammerphilharmonie Köln traditionell am Ostermontag, den 01.04.2024 um 20 Uhr im Rahmen ihrer Osterkonzerte in der Kath. Kirche St. Peter auf Spiekeroog. So gelangen auch in diesem Jahr unter dem Motto „Klassik überall…“ u.a. Werke von Vivaldi, Tschaikowsky, Paganini und Bach zur Aufführung. Solisten des Abends sind: Sergey Didorenko, Anton Georg Gölle (Violine), Dmitrij Gornowskij (Cello) und Luis Alvarez (Oboe).

Klassik überall – das ist das Motto der Kammerphilharmonie Köln. Dabei spielt es für unsere Musiker keine Rolle, ob sie in einer kleinen Dorfkirche, unter freiem Himmel, dem Kölner Dom oder im Sydney Opera House spielen – ihre Spielfreude ist jedes Mal dieselbe. Das Konzert am Ostermontag in der Zeltdachkirche auf einer der höchsten Düne Spiekeroogs hat lange Tradition.

Gegründet wurde die Kammerphilharmonie in der Stadt, deren Namen sie trägt: Köln. Jener Stadt, die für ihre Musikhochschule, ihre Musik- und Instrumentalpädagogen weltweit berühmt ist. Seit Jahrzehnten werden hier Musikergenerationen ausgebildet, die in Sachen Musikalität in der Welt ihresgleichen suchen. Sich diesen Talenten bedienend erwächst ein Stamm an hervorragenden Musikern, die in wechselnder Besetzung unser Motto in die Welt tragen.

Die Kammerphilharmonie Köln ist auf der ganzen Welt zuhause. Tourneen führen sie regelmäßig nach Neuseeland, Australien, Spanien, Großbritannien, Irland und viele andere Länder – und natürlich Deutschland. Dabei kommt der Auswahl der Werke und der Solisten besondere Bedeutung zu. Durch die facettenreiche Zusammensetzung des Ensembles gibt die Kammerphilharmonie Köln jedem ihrer Mitglieder die Möglichkeit, sich als Solist zu präsentieren. Der besondere Reiz der Programme liegt im Aufeinandertreffen populärer wie auch unbekannter Werke verschiedenster Musikepochen. So treten vertraute Größen wie Wolfgang Amadeus Mozart und Antonio Vivaldi in Dialog mit Werken von Sergei Prokofieff bis Tangokönig Astor Piazzolla. Diese Mischung verspricht große Abwechslung auf höchstem Niveau, ohne dass dabei der musikalische Zeigefinger erhoben wird. Musik soll schließlich unterhalten und nicht belehren.

 

Abgehängt

Erst der viele Regen dann etwas Frost und später immer wieder weiterer Regen: Das Grundwasser auf der Insel steht auch Ende Februar noch extrem hoch. Einige Straßen sind trockenen Fußes nach wie vor nicht passierbar: Am schlimmsten hat es der Tranpad nahe Haus Quellerdünen (Foto oben) erwischt. Ein rutschiger Trampelpfad durchs Birkenwäldchen verrät, wie man als Fußgänger trotzdem ans Ziel kommt. Am Hellerpad hilft kurz vor der Lietz-Schule ein schmaler Bretterweg neben der Straße Fußgängern weiter; An dieser Stelle war eine Fußgängerin im Januar gestürzt und brach sich das Bein. Die große, tiefe Pfütze am Westend vor dem Deich wird ebenfalls seit zwei Monaten kaum kleiner: Spiekeroogs Beitrag zur Belebung der Wirtschaft – wenigstens der Gummistiefelindustrie…

Sturmflutsaison: Sturmtief Zoltan sorgt für Dünenabbrüche auf den Inseln

Die aktuelle winterliche Sturmflutsaison gestaltet sich bisher lebhaft. Nach Sturmtief Niklas Ende November verursachte Sturmtief Zoltan rund um Weihnachten weitere Schäden an den Sandkörpern auf den Ostfriesischen Inseln. Über Details informierte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) jetzt im Rahmen einer Bestandsaufnahme zu den Auswirkungen der Sturmfluten auf die Küstenschutzanlagen. Der NLWKN veröffentlichte folgende Pressemitteilung:

Die vergangenen Weihnachtsfeiertage waren von extremen Wetterereignissen geprägt. Während das Binnenland von Hochwasser heimgesucht wurde, verursachte das Sturmtief Zoltan zwei leichte und eine schwere Sturmflut, die nicht ohne Folgen blieben. Entstandene Sandverluste an den Schutzdünen, Verschleißkörpern und Sandfangmaßnahmen wurden nach vorläufiger Beruhigung der Wetterlage jetzt im Rahmen einer Erstbegutachtung durch die Mitarbeitenden der NLWKN-Betriebshöfe aufgenommen. „Auf fast allen Ostfriesischen Inseln kam es zu Abtragungen“, erläutert NLWKN-Geschäftsbereichsleiterin Betrieb und Unterhaltung, Anja Lorenz. Am Festland hat das Teekaufkommen an den landeseigenen Deichen mit 45.000 Kubikmeter bereits jetzt die Mengen des gesamten Winterhalbjahres 2021/22 erreicht. „Die landeseigenen Deiche und massiven Schutzbauwerke haben die Stürme ohne sicherheitsrelevante Schäden überstanden“, so Lorenz.

„Die Klimakrise ist längst an der Küste angekommen – der steigende Meeresspiegel, den wir durch ein erhöhtes Vorsorgemaß von einem Meter bereits jetzt berücksichtigen, wird uns zusätzlich fordern“, sagt Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer. „Die Folgen der letzten Sturmfluten unterstreichen noch einmal, wie wichtig es war, die Mittel für den Schutz unserer Inseln und Küste in diesem Jahr auf rund 80 Millionen Euro zu erhöhen. Wir müssen vorsorgend mehr in Küstenschutz und Klimaschutz investieren, um die Menschen und ihr Hab und Gut auf den Inseln und am Festland auch zukünftig verlässlich zu schützen.“

Auf den Inseln, wo nicht zuletzt Schutzdünen vor den Kräften der Nordsee schützen, haben die Stürme dagegen sichtbare Spuren hinterlassen: Im östlichen Abschnitt der Kobbedünen auf der Insel Borkum sind Schutzdünenabbrüche von rund fünf Metern zu verzeichnen. Auf der Nachbarinsel Juist kam es auf Höhe des Billpolders an den Schutzdünen zu Abbruchraten von bis zu elf Metern. „Der im Jahr 2022 vom NLWKN verstärkte Schutzdünenabschnitt auf Norderney im Bereich Kugelbake hat weitere Dünenabbrüche von ungefähr sechs Metern Tiefe erfahren. Hier hat sich bewährt, dass durch die Verstärkung der zweite Riegel der Schutzdüne geschlossen wurde, der den Sturmflutschutz voll gewährleistet“, erklärt Prof. Frank Thorenz, Leiter der NLWKN-Betriebsstelle Norden, die für den Schutz der Inseln zuständig ist. Auf Baltrum konnten nur leichte Dünenabbrüche festgestellt werden. Allerdings kam es auf Langeoog zu deutlichen Verlusten an dem 2022 aufgespülten Verschleißkörper vor der Schutzdüne am Pirolatal. „Dieser hat sich bewährt, da die eigentliche Schutzdüne wirksam geschützt wurde“, erläutert Thorenz. Auf Spiekeroog sorgte Zoltan an der Böschung des im letzten Jahr verstärkten Verschleißkörpers an den Süderdünen für Abbrüche.

An den auf Wangerooge besonders im Blickpunkt stehenden Nordostdünen sind die hier vorhandenen Verschleißkörper durch die jüngsten Sturmfluten auf einer Länge von 500 Metern und fünf Metern Abbruchtiefe weitgehend erodiert. Auch an der Harlehörndüne im Südwesten der Insel sind auf Grund der hohen Wasserstände im mittleren und südlichen Abschnitt auf 500 Metern Länge Abbrüche von ca. fünf Metern Tiefe aufgetreten.

Auf fast allen Ostfriesischen Inseln wurden zudem teils erhebliche Verluste an Sandfangzäunen festgestellt. Diese kommen auf den Inseln zum Einsatz, um aus dem Sandflug Sandkörper zum Schutz der Dünen aufzubauen. „Insgesamt sind durch das Sturmtief Zoltan wegen der höheren Wasserstände deutlich größere Inselbereiche betroffen als Sturmtief Niklas Ende November. Eine akute Gefährdungslage besteht auf keiner der sieben Inseln, allerdings sind auf Langeoog und Wangerooge Maßnahmen zur Verstärkung der Dünen erforderlich, die wir auf Basis unserer Analysen der Strand- und Dünensituation für derartige Sturmflutereignisse erwarten haben und jetzt als naturbasierte Maßnahmen vorbereiten“, führt Thorenz aus. Darüber hinaus werden die Sandfangzäune durch den NLWKN wiederaufgebaut, um Sandvorräte für die Folgejahre mit den Kräften der Natur zu schaffen.

Foto: Dünenabbrüche in Höhe Spiekerooger Zeltplatz.

Weitere Bilder in unserer Nummer 1 / 2024 vom 20. Januar

 

 

Die Spiekeroog I übernimmt

Nachdem Orkantief „Zoltan“ die Kombifähre am 22. Dezember aus der Vertäuung riss und in Neuharlingersiel auf der Ostkaje kurz vor den Parkplätzen „trockenlegte“ (Foto), übernimmt ab 27. Dezember die Spiekeroog I die Inselversorgung mit Fracht. Das ist ja auch während der Werftzeit der Spiekeroog IV bewährte Praxis, wenn auch gerade für die Lebensmittelanlieferung des Frischemarktes aufwendiger. Die eigentlich „zwischen den Jahren“ für die Passagierfahrten von Spiekeroog nach Neuharlingersiel und wieder zurück eingeplante Spiekeroog I wird nun vorerst von der II ersetzt.