Sturmflutsaison: Sturmtief Zoltan sorgt für Dünenabbrüche auf den Inseln

Die aktuelle winterliche Sturmflutsaison gestaltet sich bisher lebhaft. Nach Sturmtief Niklas Ende November verursachte Sturmtief Zoltan rund um Weihnachten weitere Schäden an den Sandkörpern auf den Ostfriesischen Inseln. Über Details informierte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) jetzt im Rahmen einer Bestandsaufnahme zu den Auswirkungen der Sturmfluten auf die Küstenschutzanlagen. Der NLWKN veröffentlichte folgende Pressemitteilung:

Die vergangenen Weihnachtsfeiertage waren von extremen Wetterereignissen geprägt. Während das Binnenland von Hochwasser heimgesucht wurde, verursachte das Sturmtief Zoltan zwei leichte und eine schwere Sturmflut, die nicht ohne Folgen blieben. Entstandene Sandverluste an den Schutzdünen, Verschleißkörpern und Sandfangmaßnahmen wurden nach vorläufiger Beruhigung der Wetterlage jetzt im Rahmen einer Erstbegutachtung durch die Mitarbeitenden der NLWKN-Betriebshöfe aufgenommen. „Auf fast allen Ostfriesischen Inseln kam es zu Abtragungen“, erläutert NLWKN-Geschäftsbereichsleiterin Betrieb und Unterhaltung, Anja Lorenz. Am Festland hat das Teekaufkommen an den landeseigenen Deichen mit 45.000 Kubikmeter bereits jetzt die Mengen des gesamten Winterhalbjahres 2021/22 erreicht. „Die landeseigenen Deiche und massiven Schutzbauwerke haben die Stürme ohne sicherheitsrelevante Schäden überstanden“, so Lorenz.

„Die Klimakrise ist längst an der Küste angekommen – der steigende Meeresspiegel, den wir durch ein erhöhtes Vorsorgemaß von einem Meter bereits jetzt berücksichtigen, wird uns zusätzlich fordern“, sagt Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer. „Die Folgen der letzten Sturmfluten unterstreichen noch einmal, wie wichtig es war, die Mittel für den Schutz unserer Inseln und Küste in diesem Jahr auf rund 80 Millionen Euro zu erhöhen. Wir müssen vorsorgend mehr in Küstenschutz und Klimaschutz investieren, um die Menschen und ihr Hab und Gut auf den Inseln und am Festland auch zukünftig verlässlich zu schützen.“

Auf den Inseln, wo nicht zuletzt Schutzdünen vor den Kräften der Nordsee schützen, haben die Stürme dagegen sichtbare Spuren hinterlassen: Im östlichen Abschnitt der Kobbedünen auf der Insel Borkum sind Schutzdünenabbrüche von rund fünf Metern zu verzeichnen. Auf der Nachbarinsel Juist kam es auf Höhe des Billpolders an den Schutzdünen zu Abbruchraten von bis zu elf Metern. „Der im Jahr 2022 vom NLWKN verstärkte Schutzdünenabschnitt auf Norderney im Bereich Kugelbake hat weitere Dünenabbrüche von ungefähr sechs Metern Tiefe erfahren. Hier hat sich bewährt, dass durch die Verstärkung der zweite Riegel der Schutzdüne geschlossen wurde, der den Sturmflutschutz voll gewährleistet“, erklärt Prof. Frank Thorenz, Leiter der NLWKN-Betriebsstelle Norden, die für den Schutz der Inseln zuständig ist. Auf Baltrum konnten nur leichte Dünenabbrüche festgestellt werden. Allerdings kam es auf Langeoog zu deutlichen Verlusten an dem 2022 aufgespülten Verschleißkörper vor der Schutzdüne am Pirolatal. „Dieser hat sich bewährt, da die eigentliche Schutzdüne wirksam geschützt wurde“, erläutert Thorenz. Auf Spiekeroog sorgte Zoltan an der Böschung des im letzten Jahr verstärkten Verschleißkörpers an den Süderdünen für Abbrüche.

An den auf Wangerooge besonders im Blickpunkt stehenden Nordostdünen sind die hier vorhandenen Verschleißkörper durch die jüngsten Sturmfluten auf einer Länge von 500 Metern und fünf Metern Abbruchtiefe weitgehend erodiert. Auch an der Harlehörndüne im Südwesten der Insel sind auf Grund der hohen Wasserstände im mittleren und südlichen Abschnitt auf 500 Metern Länge Abbrüche von ca. fünf Metern Tiefe aufgetreten.

Auf fast allen Ostfriesischen Inseln wurden zudem teils erhebliche Verluste an Sandfangzäunen festgestellt. Diese kommen auf den Inseln zum Einsatz, um aus dem Sandflug Sandkörper zum Schutz der Dünen aufzubauen. „Insgesamt sind durch das Sturmtief Zoltan wegen der höheren Wasserstände deutlich größere Inselbereiche betroffen als Sturmtief Niklas Ende November. Eine akute Gefährdungslage besteht auf keiner der sieben Inseln, allerdings sind auf Langeoog und Wangerooge Maßnahmen zur Verstärkung der Dünen erforderlich, die wir auf Basis unserer Analysen der Strand- und Dünensituation für derartige Sturmflutereignisse erwarten haben und jetzt als naturbasierte Maßnahmen vorbereiten“, führt Thorenz aus. Darüber hinaus werden die Sandfangzäune durch den NLWKN wiederaufgebaut, um Sandvorräte für die Folgejahre mit den Kräften der Natur zu schaffen.

Foto: Dünenabbrüche in Höhe Spiekerooger Zeltplatz.

Weitere Bilder in unserer Nummer 1 / 2024 vom 20. Januar

 

Lesen Sie in unserer aktuellen Ausgabe 1 / 2024 vom 20. Januar

– NSB berät mit Fachfirmen über Bergungsmöglichkeiten der Kombifähre

– Spiekerooger Rathaus: Standesamt ohne eigene Standesbeamten

– Westerloog: Weiden weichen einer Allee aus Linden

– Planmäßiger Start: Firma Augustin sammelt Restmüll und Papier ein

– Besuch bei Freunden: Insulaner fahren zum plattdeutschen Theater nach Wittmund

 

Der nächste Inselbote erscheint am 24. Februar (Nummer 2 / 2024)

 

Neue Strecke beim Silvesterlauf

102 Läuferinnen und Läufer starteten am letzten Tag des Jahres um punkt 10 Uhr im Kurzentrum beim traditionellen Silvesterlauf. Erstmals führte die 6 km lange Strecke Richtung Westen zum Laramie und am Strand und die Utkieker-Düne zurück. Mehr in unserer Nummer 1 / 2024.

 

Die Spiekeroog I übernimmt

Nachdem Orkantief „Zoltan“ die Kombifähre am 22. Dezember aus der Vertäuung riss und in Neuharlingersiel auf der Ostkaje kurz vor den Parkplätzen „trockenlegte“ (Foto), übernimmt ab 27. Dezember die Spiekeroog I die Inselversorgung mit Fracht. Das ist ja auch während der Werftzeit der Spiekeroog IV bewährte Praxis, wenn auch gerade für die Lebensmittelanlieferung des Frischemarktes aufwendiger. Die eigentlich „zwischen den Jahren“ für die Passagierfahrten von Spiekeroog nach Neuharlingersiel und wieder zurück eingeplante Spiekeroog I wird nun vorerst von der II ersetzt.

 

Krippe sorgt für Gesprächsstoff

Die Krippen in der katholischen Kirche St. Peter sind Jahr für Jahr etwas Besonderes – allein schon wegen ihres schlichten Materials aus Wellpappe. 2023 haben sich die katholischen Christinnen und Christen für die Zeltdachkirche up de Höcht aber etwas Aktuelles einfallen lassen: Die Krippe mit Jesu steht vor einem Trümmerhaufen! Immerhin: Maria und Josef stehen auf einem roten Tuch, dazu eine brennende Kerze der Hoffnung. An einem Bauzaun steht der Aufruf „Frieden wird wenn“ – und Besucherinnen und Besucher können ihre Wünsche auf Zettel aufschreiben. Die Resonanz auf die Krippe in Kriegszeiten ist beachtlich. Die meisten Besucherinnen und Besucher zeigen sich sehr berührt. St. Peter ist täglich geöffnet. Am 29. Dezember um 17 Uhr wird zudem zu einem biblisch-poetischen-musikalischen Jahresrückblick und -ausblick eingeladen. Kult ist der Übergang ins neue Jahr immer an Silvester um 23.30 Uhr. Im wahrsten Sinne des Wortes: in den letzten 30 Minuten des alten Jahres nimmt man was fürs neue Jahr mit…

 

 

Viel Regen führt zu großen Pfützen

Nein, so schlimm wie in breiten Teilen Niedersachsens steht das Wasser auf der grünen Insel zum Glück nicht. Aber der viele Regen in den vergangenen Wochen führt über den Jahreswechsel auf Spiekeroog zu überschwemmten Gärten und nicht mehr passierbaren Straßen. In mehreren Kellern steht das Wasser. Die Oberflächenentwässerung funktioniert bei diesen Regenmengen nicht mehr, zumal bei höheren Wasserständen der Nordsee auch weniger Süßwasser durchs kleine Sieltor ins Watt abgelassen werden kann. Der Ibo veröffentlicht in der Silvesterausgabe eine Fotoseite.

 

Hafen unter Wasser

Orkantief „Zoltan“ ließ das Hochwasser am Donnerstagabend (21.12.) und Freitagfrüh (22.12.) jeweils über 2 Meter über dem Mittleren Tidehochwasser ansteigen: Der Spiekerooger Hafen war überflutet. Foto Maximilian Langner

 

Jetzt fehlt nur noch die Sonne…

Schneefälle am Mittwoch und Donnerstag (29. und 30. November) haben die ansonsten „grüne Insel“ in ein weißes Kleid gehüllt. Der Ibo hat im Garten Süderloog 47 nachgemessen: 9 Zentimeter Schneedecke. Das Dorf sieht auch unter Wolken richtig schön winterlich aus. Wenn jetzt noch die Sonne raus kommen und der Himmel blau werden könnte…

… geht doch!

Aufgenommen am Freitag, 1. Dezember..

 

 

 

80 Inselkinder spielen auf dem Festland

Das erste Fußballturnier der Ostfriesischen Inseln für Kinder wird am 10. Dezember auf dem Festland ausgetragen, in der Sporthalle des niedersächsischen Internatsgymnasium Esens (NIGE). Nur so können sich (fast) alle Inselteams an einem Tag inklusive Schiffsanreise innerhalb einer Tide zu einem Turnier treffen. Wegen der Winterfahrpläne und der z.T. extremen Tideabhängigkeit mancher Inseln gibt es bei diesem ersten Inselkinder-Fußballturnier auch einen außergewöhnlichen Spielplan. So muss das Team Borkum bereits die Fähre erreichen, während das Turnier noch läuft.

Den Schülerinnen und Schülern ist das egal. Sie freuen sich, endlich und erstmals gegen die Kinder ihrer Nachbarinseln antreten zu können. Für nicht wenige Inselkids ist das Turnier sogar der erste echte Fußball-Wettbewerb, an dem sie teilnehmen können.

Während die Kinder- und Jugendmannschaften von Borkum und Norderney regelmäßig in Ihren Altersklassen in den entsprechenden Ligen spielen, sieht das bei den Inselteams von Wangerooge, Spiekeroog, Langeoog und Baltrum etwas anders aus. Damit diese Inselteams, überhaupt eine komplette Kinder-Mannschaft zusammenstellen können, liegt die Alterspanne zwischen 7 und 14 Jahren. Das heißt auch, nur etwa die Hälfte der gut 70 „Inselkicker-Kids“ gehören einem Fußballverein mit „Liga-Alltag“ an. Auch aus diesem Grund soll der Wettbewerb nicht so sehr im Vordergrund stehen. Immerhin haben sich ja im September Spiekeroogs Jungen und Mädchen (Foto) mit dem Wangerooger Fußball-Nachwuchs gemessen.

Organisiert wurde die Turnier-Premiere vom KSV Baltrum, dem Kultur- und Sportverein der kleinsten ostfriesischen Insel Baltrum. „Schon seit ein paar Jahren sprechen wir beim Inselcup der Großen im Sommer immer wieder über ein Turnier für unsere Kinder. Das geht nur im Winter und wegen der tideabhängigen Inseln auch nur am Festland. Darum schon jetzt ein dickes Danke an die NIGE-Schulleitung in Esens, deren Sporthalle wir einfach so nutzen dürfen!“, so der frühere Spiekerooger Oliver Schütte, Fußballtrainer beim KSV Baltrum.

Da Juist besonders tideabhängig ist, kann leider kein Team der Töwerländer in Esens dabei sein. Dafür stellt das NIGE eine Mannschaft – ebenfalls mit zahlreichen Inselkindern, die inzwischen auf dem sogenannten Insel-Internat in Esens zur Schule gehen. Das Fußballturnier ist somit noch in anderer Hinsicht zukunftsweisend: so bekommen viele Inselkinder schon mal einen Eindruck von ihrer zukünftigen Schule, in der sie nach der Inselschulzeit ihr Abitur machen können – dem niedersächsischen Internatsgymnasium Esens.

 

Photovoltaik auf dem Sportdeck

Seit jeher gilt auf Spiekeroog: Leben und Handeln im Einklang mit der Natur. Passend zu diesem Motto erhielt das Dach des Sportdecks im Zeitraum vom 6. bis zum 16. November 2023 ein umweltfreundliches Upgrade. Auf dem Sportdeck sorgt nun eine Photovoltaikanlage für grüne Energie. Mit der Anlage wird Sonnenenergie in nachhaltigen Strom umgewandelt, der die grüne Ausrichtung der Insel weiter stärkt.

Die Photovoltaikanlage ergänzt das Blockheizkraftwerk im Kurzentrum. Die neue Anlage erzeugt eine Strommenge von 73,1 Kilowatt-Peak auf 170 Modulen. Knapp 95 Prozent des Stromerzeugnisses sollen für den Eigenverbrauch genutzt werden, wodurch jährlich rund 28 Tonnen CO2 eingespart.

Die Kosten werden zu jeweils einem Viertel durch die jährliche Zuwendung der Heinrich-Pferdmenges Stiftung und der freiwilligen Gästebeiträgen sowie zur Hälfte von der Nordseebad Spiekeroog GmbH getragen. Nach den abschließenden Arbeiten durch die Firma PV-Scope und dem Umschluss am 11. und 12. Dezember folgt die Zulassung durch die EWE Netz. Im Anschluss wird die Anlage ihren Betrieb aufnehmen. Die Erträge werden dann online veröffentlicht. Die Montage der Photovoltaikanlage auf dem Sportdeck gilt als Startschuss für weitere geplante Photovoltaikprojekte der Nordseebad Spiekeroog GmbH.

 

 

Gedenkgottesdienst in der alten Kirche

Von der Johanne 1854 bis zur Verity 2023“ hieß am ersten Novemberwochenende ein Gedenkgottesdienst zu Schiffsunglücken in der Alten Inselkirche. Inselpastor Friedemann Schmidt erinnerte gleich zu Beginn an die Strandung des Auswandererschiffes vor Spiekeroog fast auf den Tag genau vor 169 Jahren. Von da an hat sich das Leben auf der Insel verändert und bis heute „tiefe Spuren hinterlassen“, so der 60-Jährige. Anschaulich fasste er zusammen, wie die etwa 30 Meter große Bark bei ihrer Jungfernfahrt vor der ostfriesischen Küste zum Spielball der Orkanflut wurde und die 15-köpfige Besatzung das Segelschiff seinem Schicksal überlassen musste. An Bord wurden die Menschen erschlagen oder zerquetscht, die Schreie und Hilferufe habe man bis ins Dorf gehört, so die Überlieferung. Für die 139 gestrandeten Auswanderer wurde Spiekeroog zum Rettungsboot, für die 77 Ertrunkenen zum Friedhof. Friedemann Schmidt beschrieb wie die Insulanerinnen und Insulaner vom Strand aus nicht retten konnten ‒ „erlebte Hilflosigkeit“ nannte er die Gefühlslage der Einheimischen.

Und dann beschrieb er die Kollision der Frachter Polesie und Verity im Oktober nördlich von Spiekeroog. „David gegen Goliath“ zog der Geistliche den biblischen Vergleich, weil das wohl binnen weniger Sekunden gesunkene Schiff deutlich kleiner war. Für die auf See gebliebenen 5 Matrosen entzündete der Inselpastor auf dem Altar fünf Kerzen.

In dem Gedenkgottesdienst lebt seit 2022 eine Tradition auf, die viele Jahre im Frühjahr bei einem ökumenischen Gottes-dienst im Carolinensieler Sielhafenmuseum zelebriert wurde. Für jedes beim Schiffsversicherer Lloyd’s in einem Kalenderjahr als gesunken gemeldete Schiff wurde einmal die Glocke der Johanne geschlagen. Der Pfarrer verlas die Länder in alphabetischer Reihenfolge, unter deren Flagge die Schiffe fuhren. Dieter Mader vom Inselmuseum e.V. schlug die Glocke 214 mal für im vergangenen Jahr 214 auf den Weltmeeren gesunkenen Schiffe – mit 26 stammten die meisten übrigens aus den USA. Gesunkene Schiffe von Flüchtlingen und Kriegs-schiffe führt Lloyd’s nicht.

Die Gemeinde sang zu den E-Piano-Klängen von Kurkantor Christian Lauckner den Shanty „Von weitem“ vom Wangerooger Pastor Jan Janssen. Wenn im kommenden Jahr die Tradition des Gedenkgottesdienstes für Schiffsunglücke weiterleben sollte, wird einmal die Glocke läuten für ein Schiff, das wieder einmal vor den Toren Spiekeroogs untergegangen ist.

Zugvogeltage: Erst Sturm aus West, dann aus Ost

Die 15. Zugvogeltage waren für alle Teilnehmenden wegen manch extremer Wettersituation eine wahre Herausforderung. Trotz Wind mit schweren Sturmböen erst aus West und dann aus Ost konnten von den 23 auf Spiekeroog geplanten Veranstaltungen 19 durchgeführt werden. Unser Foto oben zeigt Insel-Ornithologe Edgar Schonart mit Kollegin Johanna Falk und den aktuellen „Vogelzivis“ sowie Hobby-Vogelkundlern beim morgendlichen „Sea-Watching“ am Dünenhöhenweg. Die Spiekerooger Experten zählten an den acht Zugvogeltagen 141 verschiedene Vogelarten – das reichte beim beliebten Aviathlon der Nationalparkverwaltung zu Platz 3 der Insel-Wertung. Swaantje Fock zählte bei den 19 Spiekerooger Zugvogeltage-Veranstaltungen über 500 Teilnehmende.  

 

Dünenverbreiterung abgeschlossen

Wenn die natürliche Versorgung mit Sand nicht ausreicht, müssen sie nachhelfen: Nach dem Prinzip „Building with nature“ sichern die Küstenschützer des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN) in Norden die Küsten der Ostfriesischen Inseln. Auf Spiekeroog konnte Anfang September eine umfangreiche Verstärkung der Schutzdünen im Südwesten der Insel erfolgreich abgeschlossen werden. 80.000 zusätzliche Kubikmeter Sand sorgen hier rechtzeitig vor der winterlichen Sturmflutsaison für ein weiter hohes Schutzniveau. Mehr demnächst im Inselboten – auf der Insel oder gerne auch im Abo auf dem Festland! Foto: NLWKN

 

 

 

 

 

 

Kürbiskönigin

Familie Riechmann hat den 2. Kürbiswettbewerb gewonnen: 31 Kilo waren von der starken Konkurrenz nicht zu toppen. Die Kita hatte 2023 den Wettbewerb inselweit ausgeschrieben. Mit Erfolg: 13 Teilnehmende machten im Kurgarten mit.

 

Ortsteil „Tiny-Dörp“

Am Inselinternat hat die Schulgemeinschaft im September feierlich das Tiny-Dörp eröffnet. Hier finden nun Lietzer Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte und eine Wittbülten-Mitarbeiterin ein neues Zuhause. Bei der Feier schnitten Schülerinnen ein rotes Band durch und die Festgäste konnten symbolisch Strandhafer pflanzen. Die fünf kleinen Holzhäuser nahe Beathaus haben sogar ein eigenes „Ortseingangsschild“ bekommen (Foto). Mehr „Enthüllungsjournalismus“ in unserer Print-Zeitung vom 16. September!.

 

Wissenschaft am Strand

Wie sieht es unter den Stränden der Insel Spiekeroog aus? Was passiert, wenn Süß- und Salzwasser im Untergrund aufeinandertreffen? Diese und andere Fragen beantworten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Oldenburg am Dienstag, 12. September, ab 11.00 Uhr am Strand der Nordseeinsel. Beim „Beach Day“ haben alle Interessierten die Möglichkeit, an fünf Stationen Einblicke in die Untersuchungen der Forschungsgruppe DynaDeep zu gewinnen. Das Team bietet zwei Rundgänge an, die um 11.00 und um 14.00 Uhr starten und jeweils etwa eineinhalb Stunden dauern. Die Teilnahme ist kostenlos, Treffpunkt ist der Messpfahl der Forschungsgruppe am Hundestrand von Spiekeroog.

Im Projekt DynaDeep („The Dynamic Deep Subsurface of High-Energy Beaches“) betreiben das Team unter Leitung der Hydrologin Prof. Dr. Gudrun Massmann auf Spiekeroog ein Online-Messfeld, das beispielsweise Temperatur, Salzgehalt und chemische Zusammensetzung des Grundwassers unter dem Strand überwacht. Zum Projekt gehören außerdem ein Messpfahl, der sich in der Gezeitenzone befindet und mit verschiedenen Messgeräten ausgestattet ist, sowie ein Container am Dünenfuß. Er dient zur Datenübertragung und als Informationsplattform für die Öffentlichkeit. Ziel der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Institut für Biologie und Umweltwissenschaften (IBU) und vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) ist es, die Übergangszone zwischen Land und Meer besser zu verstehen und abzuschätzen, welche Bedeutung die Vorgänge im Untergrund für Küstenökosysteme und globale Stoffkreisläufe haben.

Zu den fünf Stationen des Beach Days gehören neben Messpfahl, Grundwassermessstellen und Info-Container auch die Bohrraupe der Forschungsgruppe. Dort erläutern die Forschenden, welche Ziele sie mit ihrem Projekt verfolgen, welche Messinstrumente sie verwenden und welche chemischen Reaktionen sich unter den Füßen der Besucherinnen und Besucher abspielen, wenn Ebbe und Flut ihren Lauf nehmen.