Tango auf der Winterinsel

150 angereiste Paare ließen in der ersten Woche des neuen Jahres in der Kogge den traditionellen Tango hochleben. Organisator Ralf Brand (Tango fuego, Osnabrück) konnte mit der 20. Auflage von „Tango auf der Winterinsel“ einmal mehr sehr zufrieden sein. Lesen Sie unseren Bericht in der Nr. 1 / 2023 vom 21. Januar.

 

Lesen Sie in unserer aktuellen Ausgabe 1 / 2023 vom 21. Januar:

– „Meerestied“: Wellness und Gesundheit unter einem Dach

– Neue Heimat für die Spedition Achter d’Diek

– Kämmerer Andreas Friedhoff im Rat vorgestellt

– „Enkeltrick“: Auch zwei Spiekerooger reingefallen

– Erinnerungen an die Villa Stranddistel anno 1914

– Braunschweiger Volleyballerinnen: Sieg nach Spiekerooger Trainingslager

Der nächste Inselbote erscheint am 25. Februar (Nummer 2 / 2023)

 

OOWV spült Kanäle auf Spiekeroog

In der 4. Kalenderwoche beginnt der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) damit, das Kanalnetz auf Spiekeroog zu spülen. Die Hochdruck-Kanalreinigung findet routinemäßig statt, um jederzeit eine reibungslose Entwässerung zu gewährleisten. Die Arbeiten werden voraussichtlich bis zum 5. Februar 2023 andauern.

Kundinnen und Kunden sollten ihre Hausinstallation auf Funktionalität prüfen, damit die Kanalluft nicht in die Wohnräume eindringt oder kein Abwasser aus den Abläufen spritzt. Verschlossene oder defekte Be- und Entlüftungseinrichtungen können das zur Folge haben. Die Hausanschlussleitung sollte nicht verstopft, der Hausanschlussschacht frei zugänglich und die Dachentlüftung ordnungsgemäß angeschlossen sein. Sollte es wider Erwarten zu den beschriebenen Ereignissen kommen, können sich Kundinnen und Kunden des OOWV gerne an die bekannte Notfallnummer (04401 6006) wenden.

 

 

Bunter Start ins neue Jahr

Mehrere 100 Menschen haben auf dem Platz vor dem Rathaus den Jahreswechsel 2022/23 gemeinsam gefeiert. Die Kulturstiftung und die Kurverwaltung hatten gemeinsam eingeladen und rund um den Pavillon die Bäume und Häuser phantastisch bunt angestrahlt. Dazu gab’s aus zwei Lautsprechern eine bunte Musik-Mischung. Im Pavillon und in Lüders‘ Winterzauber-Bude wurde Sekt, Glühwein & Co. ausgeschenkt. Bei 11 Grad Plus (aber ziemlich viel Wind aus Südwest) und trockenem Wetter konnte man es draußen sehr gut aushalten. Bürgermeister Kösters zählte die letzten Sekunden des alten Jahres herunter, danach tanzten einige Paare vor dem Rathaus einen Walzer. Traditionell läuteten zum Jahreswechsel die Kirchenglocken. Im Dorf (Westerloog, Noorderpad und Noorderloog sowie Süderloog) brannten kurz nach 0 Uhr einige Einheimische ihr Feuerwerk ab.

 

 

Schiffstaufe

Bundestagsabgeordnete Siemtje Möller hat am Sonnabend den „WattnExpress“ der Nordseebad Spiekeroog GmbH getauft. Zur Feierstunde im Spiekerooger Hafen kamen gut 100 Insulanerinnen und Insulaner, die Geschäftspartner der zu 50 Prozent beteiligten Reederei AG Ems, Mitglieder des Hafenzweckverbandes Neuharlingersiel und einige wenige Urlauber. NSB-Geschäftsführer Ansgar Ohmes zeigte die neuen Möglichkeiten der Insel mit dem tideunabhängigen Schnellboot (Kapazität 50 Passagiere) auf und ordnete die Investition in den aktuellen Wettbewerb aller ostfriesischen Inseln mit Wassertaxis ein. Der „WattnExpress“ ist seit der Kombifähre 2010 die erste Neuanschaffung in der NSB-Flotte. Den letzten eigenen Schiffsneubau feierte man im damals neuen Spiekerooger Hafen 1981 mit der Spiekeroog I – anders als beim „WattnExpress“ Ende Mai gefühlt bei 30 Grad wärmerem Wetter… Zum Glück gab’s jetzt am 17. Dezember anschließend in der Lagerhalle des Hafengebäudes für die Festgesellschaft heiße Suppe und Glühwein.

Die geplante Indienststellung zum 18. Dezember konnte die NSB nicht realisieren: Bislang wurde der Schwertransport des erforderlichen Pontons nach Neuharlingersiel für den Ein- und Ausstieg bei allen Wasserständen nicht genehmigt. Ohmes hofft auf einen Termin noch vor Weihnachten. Die erste Linienfahrt des Schnellbootes soll daher erst in der 4. Kalenderwoche 2023 erfolgen!

Die Nordseebad Spiekeroog GmbH veröffentlichte diesen Presseartikel zur Schiffstaufe: 

Bei eisigem Westwind und schneebedeckter Insel wohnten am vergangenen Samstag ca. 150 Gäste am Hafen Spiekeroog der feierlichen Schiffstaufe des WattnExpress bei. Dieser Tag stellt in der fast 100-jähirgen Firmengeschichte der Nordseebad Spiekeroog GmbH einen Meilenstein dar. So hieß es auch in der Rede des Geschäftsführers Ansgar Ohmes: „Das letzte Mal, dass wir auf Spiekeroog ein Schiff getauft haben, ist nunmehr über zwölf Jahre her. Im April 2010 lief die Spiekeroog IV in den Hafen ein und übernahm die Nachfolge unseres früheren Frachtschiffes Tilde. Der letzte von unserer Gesellschaft in Auftrag gegeben Schiffsneubau wurde im April 1981 in den Dienst gestellt, also vor über 40 Jahren.“ Aber nicht nur, dass seit etlichen Jahren nun wieder ein neues Schiff die Flotte der NSB verstärkt, auch die Bauweise mit einem Tiefgang von lediglich 70 Zentimetern – im beladenen Zustand – stellt eine echte Neuerung in der tideabhängigen Inselschifffahrt dar. Der Wassertaxibetrieb durch die Inselreederei ist keinesfalls eine Idee, die erst mit dem Bau des WattnExpress aufkam. Schon vor über 20 Jahren gingen Bestrebungen in diese Richtung, auch die ein oder andere Erfahrung wurde bereits gemacht. Die schlussendliche strategische Ausrichtung neben den Fähren ein kleineres, schnelleres und vor allem nahezu tideunabhängige Schiff in den Dienst zu stellen, ist ein Ergebnis von visionärem Handeln und eine gewissen Hartnäckigkeit sich als Nordseebad Spiekeroog GmbH diesem Segment zu stellen. „Nachdem die Anzahl der kleinen Wassertaxis zu den Ostfriesischen Inseln in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen ist, folgt nun die nächste Phase der sich wandelnden Mobilität. Der Bau gleich mehrerer Schiffe mit einer Kapazität von rund 50 Fahrgästen und eines sehr geringen Tiefgangs. Die ersten dieser Schiffe sollen bereits im kommenden Jahr in den Dienst gestellt werden.“ meint Ohmes mit Blick auf die Nachbarn. „Da traf es sich gut, als wir uns im Frühjahr 2021 zusammen mit dem Vorstand der Reederei AG Ems, Herrn Dr. Brons, im Fährhaus Neuharlingersiel trafen, um über kleinere Schiffseinheiten mit niedrigem Tiefgang zu sprechen.“ So ging die NSB erstmals eine derart enge Kooperation mit einer anderen Inselreederei ein. Zur Konstruktion und Bau des Schiffes wurde die „WattnExpress Besitz Gesellschaft“ mit jeweils hälftiger Beteiligung zwischen NSB und der „EMS Maritime Offshore GmbH“ (EMO) einer Tochtergesellschaft der AG Ems gegründet. Auch Hr. Dr. Brons und Hr. Diekmann von der AG Ems und EMO haben es sich nicht nehmen lassen, einige feierliche Worte zur Schiffstaufe des WattnExpress beizutragen. Beide betonten die stets partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem Geschäftsführer der Nordseebad Spiekeroog GmbH, Ansgar Ohmes und den beiden Bereichsleitern Janka Badberg (Schifffahrt) und Jörg Dierlich (Prokurist und Kaufmännische Dienste). „Verantwortlich für die technische Konstruktion zeigte sich ein in Großbritannien ansässiges Konstruktionsbüro und für den Bau die in Indonesien ansässige Penguin-Werft, welche hervorragende Referenzen im Aluminium-Schiffsbau aufweist. Vor genau einem Jahr, am 16. Dezember 2021, fand die feierliche Kiellegung in Indonesien statt, an der wir per Videokonferenz teilnahmen. Ausgestattet ist der Express mit modernsten Jetantrieben – unserem Spiekerooger Doppelwums – sowie umfangreicher Sicherheitstechnik.“ so Ohmes in seiner Rede. Auch auf das Thema Nachhaltigkeit, welches der Insel Spiekeroog, gelegen in Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, seit jeher ein großes Anliegen ist und stets in allen strategischen Entscheidungen eine maßgebende Rolle darstellt, wurde in den feierlichen Ansprachen nochmals hingewiesen. Die Leichtbaukonstruktion auf Grundlage eines optimierten Rumpfdesigns, moderne Antriebstechnik und Dieselmotoren der neusten Generation, eine integrierte Abgasnachbehandlung der WattnExpress mit deutlicher Reduzierung der Stickoxide, einen optimierten Schiffseinsatz: Durch kleinere Schiffe zu Tiderandzeiten, in denen die großen Schiffe nicht ausgelastet sind, erfolgt der Transfer dann emissionsärmer und effektiver und in die hoffentlich nahe Zukunft gedacht: Das Design des WattnExpress ist auch für die Betrieb mit elektrischen Motoren ausgelegt, sobald die Entwicklung leichterer Batterietechnologie dies dann erlaubt. Ursprünglich waren die Fertigstellung und Überführung des Schiffes für Sommer 2022 vorgesehen. Auch ein Tauftermin im August dieses Jahres war bereits abgestimmt, durch Lieferengpässe wichtiger Bauteile und Verzögerungen in der Überführung konnte der Termin nun erst bei vorweihnachtlicher Atmosphäre am Hafen Spiekeroog stattfinden. Der Aufsichtratsvorsitzende Jochen Bellstedt wies in seiner Ansprache auf die vielen Diskussionen, Verwerfungen und Beratungen im Gemeinderat hin, die aber schlussendlich zu diesem lohnenswertem Ergebnis geführt haben. „Nur wenn wir uns in dem touristischen Marktumfeld mit den sich verändernden Rahmenbedingungen deutlich positionieren, anpassen und innovativ für die Zukunft ausrichten, bleiben wir als Tourismusstandort im Kreise der wichtigen Player an der Nordseeküste. Mit dem flexiblen Schiffsverkehr und somit dem WattnExpress haben wir hier eine ganz wichtige Voraussetzung geschaffen, von der insulare Arbeitgeber, Insulaner, Gäste und Pendler profitieren werden.“ Zu guter Letzt apelliert er an alle möglichen Kritiker: „Wenn es mal in der Startphase hier und da nicht so recht laufen sollte, sollten wir es norddeutsch gelassen nehmen : dat löppt sück all torecht“ Der Höhepunkt war der hohe Besuch von Taufpatin Siemtje Möller. Wie auch schon ihre Vorredner wies sie auf die veränderte Bedarfe der Gäste und Insulaner hin. „Heute reicht es nicht mehr, dem Takt der Gezeiten folgend die Fahrzeiten anzubieten. Man möchte Flexibilität und mehr Möglichkeiten um Termine an Land wahrzunehmen“ und „nichts ist im Wattenmeer so beständig wie der Wandel“. Ihr gebührte dann die Ehre das Schiff auf seinen Namen „WattnExpress“ zu taufen, dabei wünschte sie dem Schiff und seiner Besatzung allzeit gute Fahrt und stets eine Hand breit Wasser unter dem Kiel. Im Nachgang an die Schiffstaufe stand die Crew neugierigen Besuchern und geladenen Gästen beim „Open Ship“ Rede und Antwort und so konnte das neue Schiff von allen in Ruhe in Augenschein genommen werden, bis es dann kurz vor dem Jahreswechsel offiziell den Fahrgastbetrieb aufnehmen kann. Bei Punsch, Glühwein und warmen Suppen konnten die Gäste sich im Nachgang wieder aufwärmen und dieses gelungene Projekt Revue passieren lassen – ein besonderes Ereignis für Spiekeroog.

Winterdorf

Am 4. Adventswochenende verwandelt sich die Insel in das 1. Winterdorf. Neben Glühwein- und Würstchenbuden lädt im Hotel zur Linde ein Kunsthandwerksmarkt ein. Etwas Schnee und Frost betonen das Winterdorf. Am Samstag zauberten bunt angestrahlte Bäume eine besondere Atmosphähre (Foto).

Winterlandschaft

Freudige Überraschung 9 Tage vor Heiligabend: Am Donnerstagmorgen umhüllte nach Schneefällen in der Nach eine weiße Haube die grüne Insel. Und gegen 10 Uhr kam dann sogar noch die Sonne raus. Fotografinnen musste aber bei Plustemperaturen schnell sein, um die weiße Pracht mit der Kamera noch einzufangen. Im Dorf und im Außenbereich waren Bauhofmitarbeiter und Feuerwehrkameraden mit Räumfahrzeugen unterwegs.

Rat vertagt Entscheidung über LNG-Resolution

Nach langer, zum Teil kontroverser Diskussion hat der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung 2022 am Donnerstagabend (15. Dezember) die Entscheidung über eine Resolution zu den Flüssiggasterminals in Wilhelmshaven vertagt. Swaantje Fock, Leiterin des Nationalparkhauses, hatte den Rat Ende November aufgefordert, zu der Anlandung von Flüssiggas in der Nachbrschaft wegen der Folgen für die Umwelt Stellung zu beziehen und in einer Erklärung Nachbessserungen für den Naturschutz zu fordern. Weiter sollte Kritik geäußert werden, dass der Einsatz von fossilen Energien mit der schwimmenden LNG-Technik forciert werde, was den Klimazielen von Paris widerspreche. Ratsfrau Friederike Goedecke betonte im Rat auch den touristischen Aspekt sowie die Sorge um die Einleitung von Spülflüssigkeit mitten im Nationalpark. Unterstützung bekam sie von Wolfhart Klasing, der den Widerspruch zwischen dem Wunsch nach einer intakten Natur und der Entsorgung von Abwasser mit Chlor- und Bromnebenprodukten ins Wattenmeer aufzeigte. Beide Ratsvertreter bezogen sich auf Angaben von NABU und BUND. Andere Ratsmitglieder zweifelten daran, dass der Rat das richtige Plenum für solch eine Resolution sei. Bürgermeister Patrick Kösters forderte die Antragstellerinnen auf, den Appell „lebenswirklicher zu formulieren“. Jochen Bellstedt wünschte sich, vor der Abstimmung über eine Resolution im Rat „auch die andere Seite zu hören“. Der Rat forderte den Bürgermeister auf, auf den anderen sechs Inseln nach möglicher Unterstützung nachzufragen. Nun soll in der Sitzung im Januar ein neuer Textvorschlag auf den Tisch. Swaantje Fock kritisierte dem Inselboten gegenüber das Aufschieben einer Stellungnahme: Wenige Tage vor Inbetriebnahme des LNG-Terminals wäre der Zeitpunkt für eine Spiekerooger Resolution am Donnerstag perfekt gewesen.