Mobile Corona-Impfstelle für die Inseln?

Der Landkreis Wittmund arbeitet – nachdem das Land Niedersachsen gestern seine Vorstellungen zur Impfstrategie vorgestellt hat – mit Hochdruck an einer Lösung, die für die Wittmunder Kreis-Bevölkerung annehmbar (Zeitachse) und zumutbar (Entfernung) ist. Landrat Holger Heymann stellt fest: „Es soll, daran sind wir natürlich sehr interessiert, einen Standort im Landkreis Wittmund geben, die Optionen hinsichtlich konkreter Objekte werden jetzt von uns geprüft.“ Dabei müsse man sich detailliert mit den Vorgaben von Bund und Land beschäftigen.

Heymann: „Hier erwarten wir klare Vorgaben vom Land, auch was einen einheitlichen Starttermin im nächsten Jahr angeht.“ Wichtig sei auch, eine akzeptable Lösung für die beiden Landkreis-Inseln Langeoog und Spiekeroog anzubieten. Hier müsse auch, wenn möglich, über mobile Lösungen nachgedacht werden. Größte Herausforderung sei es dabei wohl, genügend Testpersonal zu finden, um die lückenlose Massenimpfung der Bevölkerung erfolgreich durchzuführen.

Was die mögliche Zusammenarbeit mit dem Landkreis Friesland und der Stadt Wilhelmshaven angehe, werde man sich fachlich und inhaltlich abstimmen, aber keine standortbezogene Kooperation anstreben. Landrat Holger Heymann geht weiter davon aus, dass das Gesundheitsamt beratend und unterstützend tätig sein wird – ein weiterer Kraftakt für die Gesundheitsbehörde der Kreisverwaltung, die derzeit beim Containment, der Nachverfolgung und dem Durchbrechen von Infektionsketten, bis an die Grenzen der Belastung gefordert sei. Natürlich sei die gesamte Kreisverwaltung angesprochen, wo es geht bei der Umsetzung einer funktionalen Impfstrategie im Landkreis zu unterstützen. Heymann: „Wir stehen derzeit am Anfang unserer Überlegungen. Die Menschen im Landkreis Wittmund können sicher sein, dass es annehmbare Lösungen hier bei uns vor Ort geben wird.“

Radiogottesdienst mit Dieter Mader und Joachim Strybny

Es passiert nur alle Jubeljahre einmal, dass ein Gottesdienst aus einer ostfriesischen Kirche übertragen wird. Am 22. November ist es im Deutschlandfunk mal wieder soweit! Wie viel ist eigentlich ein Menschenleben wert? Dies ist die Leitfrage des evangelischen Rundfunkgottesdienstes am kommenden Ewigkeitssonntag. Ab 10.05 Uhr wird dieser unter dem Titel „Retten im Norden“ aus der Dokumentationsstätte Gnadenkirche Tidofeld übertragen. Bis 2005 gehörte die Gnadenkirche Tidofeld zur Ludgeri-Kirchengemeinde Norden. Gewürdigt wird dabei das Engagement der Mitglieder im „Norder Bündnis“ – einem Zusammenschluss von kirchlichen, politischen und gesellschaftlich relevanten Gruppen. Unter dem Motto „Norden rettet“ wurden Anfang des Jahres 26.000 Euro an Spenden gesammelt, die dazu beitrugen, dass das Rettungsschiff „SeaWatch 4“ gekauft und ausgerüstet werden konnte.

Die liturgische Gestaltung des Rundfunkgottesdienstes liegt bei Dr. Helmut Kirschstein, Superintendent des Ev.-luth. Kirchenkreises Norden. Für die Musik im Rundfunkgottesdienst sorgen Edda Liebermann (Akkordeon) und Jochen Fischer (Keyboard, Saxophon) zusammen mit einzelnen Sängerinnen der Kantorei der Norder Ludgerikirche. Weitere Mitwirkende im Gottesdienst sind Herma Heyken, Lektorin und Mitglied im Norder Bündnis United4Rescue; Lennart Bohne, Pädagogischer Leiter der Dokumentationsstätte; Thorsten Kliefoth, Notfallsanitäter und mehrfach im Einsatz für SeaWatch; Joachim Strybny, pensionierter Lehrer und Vertriebener aus Schlesien und seit Jahrzehnten Spiekeroog-Urlauber sowie Dieter Mader, Vorsitzender des Inselmuseum Spiekeroog e.V.. Der Insulaner bringt die Schiffsglocke des 1854 gestrandeten Auswandererschiffs Johanne mit in den Rundfunkgottesdienst.

Laterne, Laterne, aber weder Sonne, Mond noch Sterne

Laternenumzug im Corona-November: Die Lütt Insulaners führten am 11.11. ihre selbst gestalteten Laternen aus – im kleinen Rahmen ohne Eltern, Feuerwehr und musikalische Begleitung. Von der Kita zogen die Kleinen den Noorderloog runter zur Inselbäckerei, wo frisch gebackene Stutenkerle warteten. Der Novembertag erfüllte alle Klischees: Es war grau und ungemütlich. Dennoch strahlten die jungen Insulaner mit ihren Laternen um die Wette. „Laterne, Laterne“ sangen einige Kinder und Erzieherinnen auf der Straße, von Sonne, Mond oder Sternen war aber wirklich nichts zu sehen…

 

Lesen Sie in unserer aktuellen Nr. 24 / 2020 vom 14. November: 

„Mein Inselglück“ setzt im November aus

Was auf der Insel bis Weihnachten alles ausfällt oder vertagt wird

 „Erzähl doch mal…“ geht in die nächste Runde

Wie sich die sanierte Orgel anfühlt: der Kurkantor berichtet

 

Den inselboten gibt es 26 mal im Jahr 2020: 

 Die nächste Ausgabe erscheint am 12. Dezember (Weihnachten). 

 

Wichtige Information für Herbsturlauber

Wer bis zum 1.11.2020 anreiste, muss nicht die Insel verlassen

Niedersachsen regelt das Tourismus-Verbot im Zuge der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie anders als die Küstenländer Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern. Im Klartext: Wer bis Sonntag (1.11.2020) anreiste, muss sein Ferienquartier nicht frühzeitig verlassen. Das war besonders für Anreisende aus Bayern wichtig, wo am 31.10. die einwöchigen Herbstferien begonnen hatten.

Hier die wichtigsten Auszüge aus einer Presseinformation des Landes Niedersachsen:

Aufgrund der stark ansteigenden Infektionszahlen sind alle Bürgerinnen und Bürger aufgefordert, auf nicht zwingend notwendige Reisen zu verzichten. Ab 2. November 2020 dürfen – so § 10 Absatz 2 der neuen Verordnung – touristische Einrichtungen wie Hotels oder Pensionen in Deutschland Übernachtungsangebote nur noch für zwingend notwendige Zwecke, wie etwa Dienst- oder Geschäftsreisen, zur Verfügung stellen. Übernachtungsangebote in Hotels, Pensionen, Gästehäusern, Ferienwohnungen, Ferienhäusern, Campingplätzen, Wohnmobilstellplätzen und Bootsliegeplätzen für touristische Zwecke sind dann in Niedersachsen nicht mehr gestattet. Reisende, die vor dem 2. November 2020 ihr Quartier bezogen haben, dürfen bleiben. Eigene Ferienwohnungen oder Ferienhäuser dürfen selbst benutzt werden, dies gilt auch für Dauercamper.

In § 10 Absatz 1 der neuen Verordnung werden all diejenigen Einrichtungen aufgezählt, die ab dem 2.11. für den Publikumsverkehr und für Besuche geschlossen sind:

Restaurants und andere gastronomische Betriebe müssen schließen, ebenso Kneipen, Bars, Clubs und Diskotheken. Außer-Haus-Verkauf von Speisen zum Verzehr für zuhause bleibt möglich, gleiches gilt für Lieferdienste. Mensen, Cafeterien und Kantinen, die der Versorgung von Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern oder Studierenden der jeweiligen Einrichtung dienen, dürfen geöffnet bleiben. Geöffnet bleiben auch Gastronomiebetriebe in Senioren- oder Pflegeeinrichtungen, die der Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner dienen.Geschlossen werden müssen außerdem alle Kultur- und Freizeiteinrichtungen, wie etwa Theater, Opernhäuser, Kulturzentren, Museen, Bibliotheken und ähnliche Einrichtungen, Kinos, Freizeitparks Zoos, Indoor-Spielplätze sowie Freizeit- und Amateursportanlagen, auch Schwimm- und Spaßbäder und Fitnessstudios. Verboten sind leider den ganzen November über auch touristische Bus-, Schiffs- oder Kutschfahrten.Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege, wie zum Beispiel Kosmetikstudios, Tattoostudios, Solarien und Massagepraxen, müssen schließen. Medizinisch notwendige Behandlungen, zum Beispiel Physio-, und Ergotherapie- und Logopädie sowie Podologie/Fußpflege, bleiben weiterhin möglich. Friseursalons bleiben unter den bestehenden Hygieneauflagen geöffnet. Prostitutionsstätten jeder Art müssen im November geschlossen bleiben.

Saisonende

Am 15. Oktober hat Harry Janssen die Strandkorbvermietung für 2020 beendet. Die meisten der rund 600 Strandkörbe werden in die beiden Schuppen im Dünental transportiert. Einige wenige Exemplare bleiben aber am Strand und stehen den Herbsturlaubsgästen kostenlos zur Verfügung. Bei der ersten Sturmflut im Herbst 2020 kommen dann aber spätestens alle Strandkörbe ins Trockene. .

Keine Maskenpflicht im öffentlichen Raum

Der Landkreis Wittmund und die Hauptverwaltungsbeamten der kreisangehörigen Gemeinden haben sich am Dienstag im Rahmen einer Telefonkonferenz verständigt, für weitere bestimmte öffentliche Bereiche und Plätze im Kreisgebiet keine weitgehende Maskenpflicht anzuordnen. Aus Sicht der Verantwortlichen entzerrt sich die Notwendigkeit für weitergehende Regeln, die mittels einer neuen Allgemeinverfügung anzuordnen wären, weil keine neuen Touristen ins Kreisgebiet reisen dürfen. Für diejenigen Gäste, die erlaubterweise noch da sind, läuft die Urlaubszeit im Kreisgebiet zudem ab. Das hat Landkreis und Gemeinden bewogen, auf verschärfende Regelungen zu verzichten. Die geltenden Bestimmungen in der Landesverordnung seien derzeit ausreichend, so die derzeitige Einschätzung.

Mögliche Quarantänefälle auf der Insel lösen

Der Stab für außergewöhnliche Ereignisse (SAE) bei der Kreisverwaltung Wittmund gibt im Zuge der allgemein geplanten Öffnungen für den Fremdenverkehr einige konzeptionelle Hinweise für die Tourismuswirtschaft auf den beiden kreisangehörigen Inseln Langeoog und Spiekeroog. Diesbezüglich hatte es zuletzt beim Bürgertelefon des Landkreises immer wieder konkrete Anfragen gegeben. Grundsätzlich gilt: Wird bei Corona-Verdacht oder Infektion vom Gesundheitsamt eine 14-tätige Quarantäne für Inselurlauber angeordnet, müssen diese auf den Inseln bleiben und ausharren, bis Entwarnung gegeben wurde.

Sollte es also auf den Inseln zu Quarantänefällen kommen (darüber entscheidet nach wie vor das Gesundheitsamt), müssten Personen, die während Ihres Aufenthalts in Quarantäne versetzt werden oder als positiv getestet wurden, für die gesamte Dauer in Ihren Hotelzimmern bzw. in den Ferienwohnungen verbleiben. Es sei denn, ihnen wird in Absprache mit der Gesundheitsbehörde eine andere Unterkunft zugewiesen. Die Folgekosten gehen zu Lasten des Vermieters bzw. des Gastes, die sich darüber ggf. privatrechtlich auseinandersetzen können.

Diese Regelung kann in der Konsequenz auch bedeuten, dass Zimmer/Wohnungen im weiteren Verlauf für eine bereits vereinbarte Anschluss-Vermietung blockiert werden. Das muss aus Sicht der Kreisverwaltung dann so hingenommen werden. Möglicherweise können Kurvereine, Vermieterverbände etc. auch ein eigenes, gemeinsames Konzept für eine anderweitige Unterbringung auf den Inseln entwickeln (mit Zustimmung des Gesundheitsamtes).

Der Kreis empfiehlt den Vermietern zudem die frühzeitige Aufklärung der Urlaubsgäste über die möglichen Gefahren bzw. über die unausweichlichen Konsequenzen, wenn es zu positiven Testungen oder Quarantäneanordnungen kommen sollte.

Die Versorgung der Personen, für die Quarantäne angeordnet worden ist, sollte innerhalb der bestehenden Strukturen auf den Inseln organisiert werden. 

Zur weiteren Klarstellung: Herr des Verfahrens bei Urlaubern ist das Gesundheitsamt, wo diese ihren ersten Wohnsitz haben. Das Wittmunder Kreis-Gesundheitsamt kommt bei positiven Testungen informell mit ins Spiel, oder bei besonderen Regelungen, die es jeweils und/oder im Einzelfall zu treffen gilt.