Schönes Maifest

Das Osterfeuer fand ja fast bei sommerlichen Temperaturen statt – zehn Tage später beim Maifest war dann auf der Insel fast schon wieder Winter. Machte aber nichts, das Aufstellen der fünf Maibäume auf Spiekeroog war trotzdem eine runde Sache. Fast 30 Insulaner trugen zunächst den neuen Stamm durchs Dorf (Foto), eher sie ihn vor dem Rathaus nur mit Muskelkraft in den neuen Köcher aufstellten. Der Bläserkreis spielte im Pavillon „Der Mai ist gekommen“. Es gab Wurst und Erbsensuppe. Am Abend legte DJ Georg auf und die Lichterkette machte den neuen Maibaum noch bunter. Kindergartenkinder, Grundschüler und Nordlichter hatten zuvor ihre kleinen, bunt geschmückten Maibäume auf der Dorfwiese aufgerichtet, nachdem sie von den Gastronomen und Einzelhändlern reichlich Süßes eingeheimst hatten. Und auch an der Hermann Lietz-Schule steht seit dem 30. April wieder der Maibaum am Beathaus.

Lesen Sie in unserer aktuellen Nr. 6/2019 vom 11. Mai:

 

Immerhin: 100 Meter neue Straße am Westend

1. Deutsche Inselkonferenz auch ohne Resolution ein Erfolg

Die guten Gründe, als Spiekerooger zur Europawahl zu gehen

Warum die Nordsee vor einem Jahr plötzlich „verkehrtherum“ strömte

Letzter Stichtag: 10. Tattoo-Treff

Den inselboten gibt es 26 mal auch in diesem Jahr: 

 Die nächste Ausgabe erscheint am 25. Mai 2019.

 

„Aus einer Position der Stärke“

Die Insel wagte einen Blick in die Zukunft: Der aktuelle Stand eines neuen Tourismuskonzeptes und die Fortschritte der Nachhaltigkeitsinitiative standen auf der Tagesordnung der Einladung der Nordseebad (NSB) Spiekeroog GmbH Ende März im Inselkino. Fast 100 Spiekerooger waren gekommen und folgten den kompakten, informativen Präsentationen. Patrick Kösters präsentierte Ideen für ein neues Tourismuskonzept, das zuvor in verschiedenen Arbeitsgruppen auf breiter Basis entwickelt wurde. Der Bereichsleiter Tourismus benannte die Probleme Spiekeroogs wie unter anderem der Verkauf von Immobilien an Menschen, die mit ihren Häusern keinen Beitrag zum Fremdenverkehr mehr leisten. Kösters sieht deshalb „Handlungsbedarf am Fundament” der Insel und bezweifelt, dass der Markt allein die Schwachstellen beseitigen kann. Stattdessen warb Kösters für eine „proaktive Daseinsvorsorge” und „aktive Wirtschaftsförderung”. Konkrete Sorgenkinder sein der Fortbestand des Gepäcktransportes über das Jahr 2019 hinaus oder die Neukonzeption der Strandhalle. Das Thema Saisonalität gehört zum Kern des neuen Tourismuskonzeptes mit der Benennung eines verlässlichen Angebotes an Grundleistungen (Hotel, Gastronomie, Einzelhandel) auch im Winter. Ansgar Ohmes sagte, Tourismuskonzept und Nachhaltigkeitsinitiative würden in einem gemeinsamen Weg aus einer „Position der Stärke“ entwickelt, Spiekeroog befinde sich in keiner Notsituation. Das bestätigten dann auch die Referenten Martin Balas und Prof. Dr. Hartmut Rein von der BTE Tourismus- und Regionalberatungsfirma. Nachhaltigkeit bedeute nichts anders als Zukunftsfähigkeit – und hier sehen die beiden Experten viel Substanz auf Spiekeroog. Gäste würden Spiekeroog bereits heute als „grüne Insel” auch im Sinne von ökologischer Urlaubsdestination sehen. Die BTE-Referenten empfahlen der Insel, sich „nichts von außen aufdrücken zu lassen” sondern auf die eigenen Potenziale stolz zu sein. Danach stellten Teilnehmer der einzelnen Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse vor: Swaantje Fock und Carsten Heithecker vom Nationalparkhaus Wittbülten sprachen über Projekte in den Bereichen Nachhaltigkeit in der Gastronomie und den Beherbergungsbetrieben sowie im insularen Alltag, Dr. Dorothea Seeger (BUND-Meeresschutzbüro) berichtete über Vermeidung von Müll und Hartmut Brings (Inselbote) über die Öffentlichkeitsarbeit der Spiekerooger Nachhaltigkeitsinitiative.