Inselpastor Schmidt

Friedemann Schmidt ist am Pfingstsonntag von Eva Hadem, Dekanin im Kirchenkreis Harlingerland, als neuer Inselpastor eingeführt worden. Über den Festgottesdienst berichtet der Ibo in der Nr. 9 / 2022 vom 18. Juni in Wort und Bild.

Container am Strand

Der 20 Zoll-Seecontainer des ICBM für das Forschungsprojekt „DynaDeep“ hat samt Spezialfahrzeug den Spiekerooger Strand erreicht. Eigentlich war der Mehrzweckbehälter (Infoplattform und Garage für die Bohrraupe) schon 2021 erwartet worden – aber es kam zu Lieferproblemen. Nun steht die blaue Box am Dünenfuß etwa auf halber Strecke zwischen Hundestrand und Haus Wolfgang unweit des zwei Wochen zuvor an der Wasserkante aufgestellten neuen gelben Messpfahls. Nach Überfahrt mit der Reederei Warrings zog den Hänger zunächst eine E-Karre zum Strand beim Westend und dann ein Traktor im Sand in Richtung Osten. 

Das letzte Kleinod in der Strandsporthalle

Am 25. Mai feierte das Stück „Sandbank“ in der Strandsporthalle Premiere. Bis 19. August gibt es von Montag bis Freitag jede Woche fünf Vorstellungen mit dem Theater „Das letzte Kleinod“ (Foto v.l. Asja-Ve Panning, Franziska Steinhaus, Andreas Uehlein und Richard Gonlag) jeweils um 20 Uhr. Dazu kommen noch Extra-Termine für Tagesgäste. Neben den Profis treten SchülerInnen des Inselinternats und der Inselschule sowie Mitglieder des Spiekerooger „Chörchens“ auf. Thema sind „Verschickungskinder“, die auch in den Heimen auf Spiekeroog zur Kur anreisten.

Mitteltrakt abgerissen

Vier Monate nach dem Brand in der „Stranddistel“ ist der Mitteltrakt abgerissen worden. In den West-Flügel sind die Mieter dagegen schon wieder eingezogen. Bei dem Feuer Ende Januar verloren vorübergehend mehr als 20 SpiekeroogerInnen ihre Bleibe. Im Ost-Flügel sollen wenigstens die Wohnungen im Erdgeschoss als Personalunterkunft Ende Juni wieder zur Verfügung stehen.

Lesen Sie in unserer aktuellen Nr. 9 / 2022 vom 18. Juni:

63. Seestern-Gedächtnis-Regatta in Wort und Bild

NSB bietet Gewerbeflächen im Kurzentrum zur Pacht an

Letzte Fahrt von Dieter Steffens auf der Spiekeroog I

Nach 50 Jahren: Ex-Verschickungskinder zurück auf der Insel

Schulausschuss begrüßt Ganztagsschule ab 2023/24

 

Den inselboten gibt es 26 mal auch im Jahr 2022: 

 Die nächste Ausgabe erscheint am 2. Juli

 

 

Goldjubiläum zum Anbaden

Am Sonntag hat die Badesaison auf der grünen Insel offiziell begonnen: „Anbaden“ bei Sonnenschein und nur 11 Grad Wassertemperatur. Trotzdem waren um Punkt 10 Uhr schon die ersten Badegäste in der Nordsee. Die DLRG-Ortsgruppe aus Lamstedt (Landkreis Cuxhaven) wacht 2022 zum 50. Mal am Spiekerooger Strand: „Goldjubiläum“! Der Verein mit seinem neuen 1. Vorsitzenden Hannes Blohm hat eigens eine Chronik herausgegeben. Bis zum „Abbaden“ genau fünf Monate später am 15. Oktober werden rund 60 WachgängerInnen der Lamstedter Ortsgruppe am Spiekerooger Strand erwartet. 

Norderneyer Tonne am Damenpad geborgen 

Ende April hat die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) die Tonne am Strand in Höhe Damenpad bergen lassen. Nach zwei eigenen vergeblichen Versuchen gelang nun einem Bagger der Firma Bohlen & Doyen der Abtransport. Das Gerät an den Strand gebracht hat die MS Krake”. Das Seezeichen hatte sich Ende Oktober 2021 im Sturm zum wiederholten Male vor Norderney losgerissen und trieb – wie schon 2017 – nach Spiekeroog. Laut WSV reißt die Kette wegen Untiefen an der exponierten Lage. Anfang Mai wurde die Kardinaltonne vor Norderney zurückerwartet. Ein Teil der Strecke führte über Land. Foto: Eike Rehwald

Skulptur „Nova“ enthüllt 

Nach knapp zweiwöchiger Tätigkeit hat Achim Ripperger am Sonnabend im Kurgarten seine in einen 4 Meter langen Eichenstamm gesägte Abbildung des Sternengotts „Nova“ enthüllt. Warum es für den Bildhauer aus Frankfurt auf der Insel ersten anders und zweitens als man denkt kam, erfahren Sie in unserer Ausgabe Nummer 7. / 2022 vom 21. Mai.

Alle deutschen Inseln und Halligen für eine gemeinsame und nachhaltige Zukunft

Die deutschen Inseln und Halligen bekennen sich bei der feierlichen Unterzeichnung der Inselresolution am 12. Mai 2022 im Rahmen der 2. Deutschen Inselkonferenz auf Rügen zu gemeinsamen Zielen und Forderungen für eine zukunftsfähige Entwicklung. Insgesamt beschließen 30 Vertreter*innen von 26 deutschen Inseln und Halligen die Resolution. Damit bekennen sich die Inseln und Halligen zu klaren Zielen und Forderungen, die gemeinsam durchgesetzt werden sollen. Die Inselresolution wurde von der Insel- Halligkonferenz e.V. ausgearbeitet und bereits von dessen Mitgliedern beschlossen. Jörg Singer, Bürgermeister von Helgoland, berichtet: „Die Inselresolution sollte bereits 2019 auf der ersten deutschen Inselkonferenz auf Helgoland unterzeichnet werden, abgesehen von Rügen waren dort aber keine weiteren Ostseeinseln vertreten. Umso mehr freuen wir uns, dass nun alle deutschen Inseln und Halligen auf Rügen zur Unterzeichnung und dem gemeinsamen Bekenntnis zur Inselresolution zusammengefunden haben.“ Ein besonderer Fokus wird darauf liegen, die Inseln und Halligen durch integrative und intelligente Lösungen zukunftsfähig zu gestalten und damit ein Vorbild für ein innovatives und nachhaltiges Europa zu sein. Die Resolution umfasst folgende sieben Kernthemen: Nachhaltige Flächenentwicklung ist die Kernherausforderung für die Daseinsvorsorge und Wettbewerbsfähigkeit der Inseln und Halligen. Der Tourismus stellt gleichzeitig die wichtigste Ertragssäule sowie eine enorme Belastung für Insulaner und Natur dar. Um diesen gerecht zu werden, sollen spezifische Steuerungsinstrumente für eine nachhaltige Tourismusentwicklung geschaffen werden. Da eine gute Anbindung für alle Inseln und Halligen essenziell ist – der Verkehr aber auch nachhaltig gestaltet werden muss – wird eine vollständig dekarbonisierte Mobilität angestrebt. Um den Klimazielen der Europäischen Union gerecht zu werden, wollen die Inseln und Halligen Maßnahmen im Bereich der Energietransformation ergreifen – mit dem Ziel der „Nullemissionsinsel“. Da die Küsten der Inseln und Halligen besonders vom Klimawandel und den Risiken des Schiffverkehrs betroffen sind, sollen nachhaltige Lösungen für den Küsten- und Meeresschutz geschaffen werden. Das Problem der Verschmutzung der Meere soll durch Müllvermeidung und Kreislaufwirtschaft verbessert werden. Um die Wertschöpfung vor Ort zu halten wollen die Insel und Halligen eine Insellösung schaffen, die sich für lokale landwirtschaftliche Erzeugnisse einsetzt. 2 Mit der Unterzeichnung der Resolution verpflichten sich die Inseln und Halligen dazu, ihre wirtschaftlichen Aktivitäten zu diversifizieren, um lokale Arbeitsplätze zu fördern und den Bevölkerungsrückgang zu senken. Weiterhin soll sichergestellt werden, dass smarte und grüne Technologien prioritär Anwendung finden, um damit auch die Nutzung der natürlichen Ressourcen und Infrastrukturen zu ermöglichen. Die Beteiligten verpflichten sich außerdem dazu, die Bereitstellung digitaler Dienste zu verbessern, um das Wachstum kleiner Unternehmen zu fördern und so den Zugang zu Märkten und Finanzierungsquellen zu erleichtern. „Wir können und müssen in diesen aktuell äußerst turbulenten Zeiten gemeinsam die globalen Zukunftsthemen auf regionaler Ebene herunterbrechen und zusammen Lösungen schaffen. Wir sind überzeugt davon, dass wir als Inseln und Halligen aufgrund unserer geografisch begrenzten Räume, das Potential haben, Innovations- und Modellregionen innerhalb Europas zu sein“, so Knut Schäfer, Vorsitzender des Tourismusverbandes Rügen. Verbunden ist die Unterzeichnung mit einem Appell an die Europäische Union und die nationalen Parlamente. Sie werden aufgefordert, gezielte Finanzierungs- und technische Hilfsprogramme für die Einführung von integrierten Pilotprojekten auf den Inseln und Halligen zu schaffen. Weiterhin soll ein ordnungspolitischer Rahmen entstehen, der bürokratische Verfahren vereinfacht und Transaktionskosten für Investitionen senkt, um die Verwirklichung innovativer nachhaltiger Projekte zu gewährleisten. Außerdem wird der Wunsch nach einem stärkeren Dialog mit den Inseln und Halligen geäußert, um sicherzustellen, dass die besonderen lokalen Bedingungen in regionalen und nationalen politischen Plänen zum Ausdruck kommen. Für die Gewährleistung der Durchsetzung der genannten Ziele und Forderungen soll die Stelle eines*r Inselkoordinators*in bei der Maritimen Koordinatorin der Bundesregierung geschaffen werden – so der Appell der Inselvertreter*innen.

Schlagball am Strand

Sieg für die Spontanität! Auch wenn es am Himmelfahrtswochenende kein offizielles Schlagballturnier der Hermann Lietz-Schule gab: Geschlagen, gefangen, geworfen und gelaufen wurde am Strand trotzdem! Denn die stürmischen Tage nach dem 26. Mai entwickelten eine gewisse Eigendynamik. Überraschend reisten nämlich eine Strandsportfreunde für das lange aber stürmische Wochenende an. Über 60 Aktive in fünf Teams spielten ein kleines Turnier aus – mit dabei die Sieger von 2019 von der Hamburger Stadtteilschule Winterhude sowie Lietz United vom Inselinternat. Gewonnen hat aber das Spiekerooger Gästeteam mit einigen Cracks aus dem Sommerkader.

Inseldialog: Strände müssen nach Sturmfluten touristisch nutzbar bleiben

Die Niedersächsische Landesregierung hat den sieben ostfriesischen Inseln Unterstützung bei der Beseitigung der Schäden durch die Sturmfluten im Februar 2022 zugesichert. Die jüngste Sturmflutsaison beherrschte den jährlich stattfindenden „Inseldialog“, diesmal am 31. März in Aurich. Neben Umweltminister Olaf Lies, dem Staatssekretär aus dem Wirtschaftsministerium Berend Lindner und Frank Thorenz (Lei-ter der Betriebsstelle Norden des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) nahmen auch die BürgermeisterInnen der Inseln teil. Spiekeroogs neu gewähltes Gemeindeoberhaupt Patrick Kösters, gerade 44 Jahre alt geworden, feierte in der Runde seine Premiere.

Die finanzielle Zusage geht da-bei über die reinen Küstenschutzmaßnahmen hinaus: Hannover wird zukünftig auch Folgen für den Tourismus abfedern. Bekanntlich haben die Sturmfluten im vergangenen Winter besonders den Badestränden auf Wangerooge und Baltrum zugesetzt. Wirtschaftsminister Bernd Althusmann, bei der Sitzung vertreten durch seinen Staatssekretär Berend Lindner: „Sollten die Strände der Ostfriesischen Inseln nicht mehr oder nur eingeschränkt touristisch genutzt werden können, hätte das erhebliche Besucherrückgänge und finanzielle Einbußen zur Folge.“ Daher würde das Land die Inseln zusätzlich zu den Mitteln für den Küstenschutz finanziell bei der Wiederherstellung der touristischen Infrastruktur mit einer Gesamtsumme von bis zu 2,5 Millionen Euro unterstützen. Vorgesehen sei ein Zuschuss mit maximal 90 Prozent. Die sieben betroffenen Kommunen müssten Hannover den Bedarf anmelden. Für jede Insel werde zeitnah eine Einzelfallentscheidung getroffen. Zu den Maßnahmen gehören insbesondere Sandaufschüttungen am Badestrand. Denkbar sind zum Bei-spiel aber auch Mittel für Dünenübergänge, die wegen der erheblichen Abbruchkanten durch die Sturmfluten neu er-stellt werden müssten. Auch die Strandreinigung nach Sturmfluten könnte ein Thema werden. Das Land sehe sich in jedem Fall in der Verantwortung, dass die Strände touristisch genutzt werden könnten.

Umweltminister Lies stellt den sieben Insel-Gemeinden zusätzliche fünf Millionen Euro aus Mitteln für Vorhaben des Küstenschutzes auf den Ostfriesischen Inseln zur Verfügung. „Die Dünen und Strände bilden ein Bollwerk und schützen nicht nur die Inseln selbst, sondern genauso unser Festland. Und sie sind von unschätzbarem touristischen Wert für Niedersach-sen. Die Küstenschutzanlagen haben die Belastungsproben des Winters insgesamt zwar planmäßig bewältigt, die Bilder von den Stränden waren aber mindestens beunruhigend. Wir stehen daher gemeinsam eng an der Seite der Inseln.“ Dem Umweltministerium sei dabei wichtig, in enger Abstimmung und im konstruktiven Dialog mit den Inseln diese Mittel einzusetzen. Lies: „Wirklich dauerhafte Lösungen liegen nicht darin, regelmäßig gegen die Natur anzubaggern, sondern Lösungen mit der Natur im Sinne einer nach-haltigen, ökologischen Sedimentstrategie zu finden.“

Thorenz berichtete in Aurich auch über die Lage auf Spiekeroog: Der Verschleißkörper in Höhe Zeltplatz habe im Februar zwar gelitten: Sorgen um den Inselschutz müsse man sich aber nicht machen. Eine Sandaufschüttung im Südwesten der grünen Insel sei vermutlich erst für die Sturmflutsaison 2023/24 nötig. Der Experte aus Norden sprach zudem das niedrige Sandniveau in Höhe der Hessenmauer an. In Höhe Damenpad seien weitere Sandfangmaßnahmen geplant.

Vertagt wurde beim „Inseldialog“ in Aurich das Thema Dauerwohnraum für Einheimische. Hier soll es einen gesonderten Termin geben.

 

Museumspferdebahn rollt wieder

Die Nordseebad Spiekeroog GmbH hat mit Unterstützung durch Mitglieder des Inselmuseum e.V. zum frühestmöglichen Zeitpunkt des Jahres die Dammbalken am Deichschart entfernt und so den Weg für die Pferdebahn freigemacht: am 1. April. So früh ist Waggon 21 noch nie in die Saison gestartet. Unter Beobachtung einer Fernsehkamera des NDR steuerte Fahrer Christian Roll Zugpferd Tamme in Richtung Westen – neben den Schienen lagen noch letzte Schneereste vom 31. März. Mittlerweile hat die Pferdebahn auch ihren normalen Fahrbetrieb aufgenommen: Abfahrt ab Bahnhof ist täglich um 13, 14 und 15 Uhr (das Foto oben aus dem Sommer 2021).

 

Friedenszeichen am Strand

Erneut zeigten auf der Insel am Donnerstagmittag (10.3.) rund 250 Menschen ihre Solidarität mit der Ukraine. Am Hauptbadestrand bildeten sie in einer Menschenkette das Peace-Zeichen – Bürgermeister Patrick Kösters nahm das eindrucksvolle Bild aus der Luft mit einer Drohne auf (Foto unten). Der Posaunenchor der ev.-luth. Kirchengemeinde spielte, Kurpastor Dr. Thomas Kück rief zu einer Schweigeminute für das ukrainische Volk auf.  „Friede sei mit Euch“, so der Pastor, der hofft, dass die Bilder von Spiekeroog die unter der russischen Invasion leidenden Menschen erreiche. Unter den Teilnehmenden waren wieder viele Schülerinnen und Schüler der Hermann Lietz-Schule sowie der Inselschule, Lehrerinnen und Lehrer. Viele Einheimische nahmen sich spontan die Zeit für die Aktion für den Frieden, auch zahlreiche Gäste folgten dem Aufruf in den Schaukästen der Kurverwaltung. „Wir können nicht unmittelbar helfen. Die Ukrainer leiden das Leid alleine. Aber sie sind nicht alleine“, lautet nach den Worten von Thomas Kück die Botschaft des Friedenszeichens am Spiekerooger Strand. Patrick Kösters sagte zur Message der Aktion: „Wir sind nicht damit einverstanden, was in der Ukraine gerade passiert.“ Zum Schluss gab es lautstarken Applaus.

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