Bürgermeistertreffen auf Spiekeroog

Mitte Oktober lud Spiekeroog zum jährlichen insularen Erfahrungsaustausch ein. Neben den Bürgermeistern sind traditionell auch die Kurdirektoren/Geschäftsführer der Kurbetriebe sowie einige Ratsvertreter dabei. Neu in der Runde waren die 2019 gewählten Gemeindeoberhäupter Jürgen Akkermann (Borkum) und Heike Horn (Langeoog). Von Spiekeroog nahmen neben Bürgermeister Matthias Piszczan und NSB-Geschäftsführer Ansgar Ohmes die Ratsvorsitzende Inge Redelfs, Kämmerer Björn Koffinke und Tourismuschef Mirko Schwerdtfeger teil.

Thema war unter anderem die Fortführung des Wattenmeer-Achter – hier bestand Einigkeit der sieben Inseln, das europäische Förderprogramm gemeinsam mit der Stadt Norden fortzuführen. Kontrovers diskutiert wurde die Ernennung eines Inselbeauftragten für die Landes- und Bundespolitik. Positiv aufgenommen wurde die jüngst vom Bund beschlossene Sonderregelung für alle deutschen Ost- und Nordseeinseln was die Bemessung des Wohngeldes betrifft. In der großen Runde wurde klar, dass die Versorgung mit Mobilfunk und schnellem Internet auf den Inseln noch unterschiedlich gut ausgeprägt ist, hier will man jetzt das Breitband-Kompetenzzentrum Niedersachsen/Bremen in Osterholz-Scharmbeck konsultieren. Das Stellen von Wohnungen für Lehrer der Inselschulen ist überall Thema genauso wie der Umgang mit Bruchteilseigentum: Hier sind Borkum, Juist und Baltrum mit ihrem Ortsrecht am weitesten, allerdings sind die Satzungen noch nicht durchgeklagt. Norderney berichtete von der aktuellen Zweckentfremdungssatzung, um Wohnraum für Einheimische zu schützen. Das neue Ortsrecht schafft auch Möglichkeiten der Kommune, die Nutzung der Immobilien zu kontrollieren. Wie in den Vorjahren beschäftigte also auch beim zweitägigen Treffen im evangelischen Gemeindehaus auf Spiekeroog die Versorgung der Einheimischen mit Wohnraum auf den Inseln in gleich mehreren der 20 Tagesordnungspunkten.

Außerdem hat man den Inseldialog am 4. Dezember mit Minister Olaf Lies vorbereitet. Der nächste insulare Erfahrungsaustausch ist am 5./.6. November 2020 auf Langeoog.

 

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Lesen Sie in unserer aktuellen Nr. 24/2019 vom 16. November:

 

Adventskalender der Stiftung: Schon 23 Türchen vergeben

Rolf und Peter Hartmann in den Ruhestand verabschiedet

Nachbetrachtung Zeltplatzresidenz 2019

811 Besucher bei Zugvogeltagen auf Spiekeroog mit Theater und Konzert

Boßelfest: Umzug ins Teetied

Den inselboten gibt es 26 mal auch in diesem Jahr: 

 Die nächste Ausgabe erscheint am 14. Dezember 2019 (Weihnachtsausgabe).

 

„Aus einer Position der Stärke“

Die Insel wagte einen Blick in die Zukunft: Der aktuelle Stand eines neuen Tourismuskonzeptes und die Fortschritte der Nachhaltigkeitsinitiative standen auf der Tagesordnung der Einladung der Nordseebad (NSB) Spiekeroog GmbH im Inselkino. Fast 100 Spiekerooger waren gekommen und folgten den kompakten, informativen Präsentationen. Patrick Kösters präsentierte Ideen für ein neues Tourismuskonzept, das zuvor in verschiedenen Arbeitsgruppen auf breiter Basis entwickelt wurde. Der Bereichsleiter Tourismus benannte die Probleme Spiekeroogs wie unter anderem der Verkauf von Immobilien an Menschen, die mit ihren Häusern keinen Beitrag zum Fremdenverkehr mehr leisten. Kösters sieht deshalb „Handlungsbedarf am Fundament” der Insel und bezweifelt, dass der Markt allein die Schwachstellen beseitigen kann. Stattdessen warb Kösters für eine „proaktive Daseinsvorsorge” und „aktive Wirtschaftsförderung”. Konkrete Sorgenkinder sein der Fortbestand des Gepäcktransportes über das Jahr 2019 hinaus oder die Neukonzeption der Strandhalle. Das Thema Saisonalität gehört zum Kern des neuen Tourismuskonzeptes mit der Benennung eines verlässlichen Angebotes an Grundleistungen (Hotel, Gastronomie, Einzelhandel) auch im Winter. Ansgar Ohmes sagte, Tourismuskonzept und Nachhaltigkeitsinitiative würden in einem gemeinsamen Weg aus einer „Position der Stärke“ entwickelt, Spiekeroog befinde sich in keiner Notsituation. Das bestätigten dann auch die Referenten Martin Balas und Prof. Dr. Hartmut Rein von der BTE Tourismus- und Regionalberatungsfirma. Nachhaltigkeit bedeute nichts anders als Zukunftsfähigkeit – und hier sehen die beiden Experten viel Substanz auf Spiekeroog. Gäste würden Spiekeroog bereits heute als „grüne Insel” auch im Sinne von ökologischer Urlaubsdestination sehen. Die BTE-Referenten empfahlen der Insel, sich „nichts von außen aufdrücken zu lassen” sondern auf die eigenen Potenziale stolz zu sein. Danach stellten Teilnehmer der einzelnen Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse vor: Swaantje Fock und Carsten Heithecker vom Nationalparkhaus Wittbülten sprachen über Projekte in den Bereichen Nachhaltigkeit in der Gastronomie und den Beherbergungsbetrieben sowie im insularen Alltag, Dr. Dorothea Seeger (BUND-Meeresschutzbüro) berichtete über Vermeidung von Müll und Hartmut Brings (Inselbote) über die Öffentlichkeitsarbeit der Spiekerooger Nachhaltigkeitsinitiative.