Nasse Insel

2018 begann auf der Insel wie 2017 aufgehört hatte – mit extremer Nässe, Ende Januar auch noch mit Nebel und nur wenig Sonnenschein wie schon seit Herbst. Die Oberflächenentwässerung konnte die Niederschläge einmal mehr nicht mehr wuppen. Auch die Ende 2017 schon behoben geglaubten Schwachstellen in der Süderloogkurve am Drifthuus und unter der Ulme am Noorderloog standen kurzzeitig wieder unter Wasser. Bürgermeister Matthias Piszczan sagte im Rat, dass die Massen zum Teil weggepumpt würden. Besonders prekär sei die Situation auf dem Westend, so der Rathauschef. Hier waren Sturmeck und Walter-Requardt-Heim tagelang nicht trockenen Fußes zu erreichen. In mehreren Kellern drang die Nässe ein.  Im Außenbereich der Insel stehen in vielen Dünentälern die Bäume im Wasser. Eine einzige Seenplatte war erstmals seit Jahren auch die Wiese Achter d’Diek, wo in der 4. Januarwoche das kommunale Wohnungsbauprojekt mit Vermessungs- und Baggerarbeiten begonnen wurde. Foto: Michael Flitsch

Lesen Sie in unserer aktuellen Nr. 1/2018 vom 27. Januar:

 

Claas Warenski zum Gemeindebrandmeister gewählt

Viele Gäste sauer: Silvesterknallerei wirkt noch Wochen später nach

Fenstersanierung in St. Peter angelaufen

Runder Tisch nach „Glory Amsterdam“-Strandung

Den inselboten gibt es 26 mal auch im Neuen Jahr: 

 Die nächste Ausgabe erscheint am 24. Februar 2018.

Neujahrsgruß des Bürgermeisters

Liebe Spiekeroogerinnen, liebe Spiekerooger, liebe Leserinnen, liebe Leser,

1, 2, 3, …im Sauseschritt, läuft die Zeit, wir laufen mit.“ So beschreibt schon Wilhelm Busch die Kurzlebigkeit unserer Zeit und das Tempo, wie sie uns durch die Finger rinnt. Ein Jahr hat fast schon den Anschein, als ob es sich auf ein paar Augenblicke reduziert. Dennoch bleiben viele Dinge in Erinnerung und setzen Meilensteine, um sie auch 2017 in den späteren Rückblicken wieder ganz schnell parat zu haben.

Wisst ihr noch, wie das damals war?“, ist die klassische Frage, die später bestimmt im Inselmuseum beantwortet werden kann.Nach einem sehr trockenen Frühjahr konnte sich im Laufe des weiteren Jahres die Süßwasserlinse nicht beschweren, dass nicht genug Wasser nachkam. Viele Ältere berichteten, dass sie sich über lange Zeit nicht daran erinnern könnten, so viel Wasser auf der Insel gehabt zu haben. Jeder konnte sehen, wie häufig die ohnehin schon stark beanspruchten Straßen Spiekeroogs unter Wasser standen. Durch die Grabenschau und die sich im Jahr 2018 daran anschließenden Arbeiten hoffen wir, das Thema Oberflächenwasser besser in den Griff zu bekommen.

Weitaus wichtiger ist eine nachhaltige Reaktion und lückenlose Aufklärung der zuständigen Bundesministerien auf die Havarie der „Glory Amsterdam“. Sehr deutlich konnten wir Spiekerooger erkennen, wie schnell unsere Insel durch Schadstoffe bei einem möglichen Austritt gefährdet sein könnte. Aber nicht nur Spiekeroog wäre in Mitleidenschaft gezogen worden, sondern auch der gesamte Naturraum östlich der Havariestelle und im Wattenmeer.

Wir wollen aber positiv in Richtung 2018 sehen, da sich doch einige wesentliche Dinge auf der Insel ereignen werden. Im Januar kann endlich mit dem Bau der Wohnhäuser mit insgesamt 16 Wohnungen im Bereich Achter d‘Diek begonnen werden.

Zur Verbesserung des Brand- und Katastrophenschutzes sowie des Rettungsdienstes wird der Noordertün an den Seitenstreifen so befestigt, dass die Einsatzfahrzeuge eine alternative Ausrückstrecke haben, um schnell in den Osten der Insel zu gelangen.

Auf dem Schulgelände der Inselschule soll gemeinsam mit dem Landkreis Wittmund mit der Erneuerung des Kleinspielfeldes und der Kunststofflaufbahn begonnen werden, damit nach langer Pause dort wieder Schulsport angeboten werden kann.

Weitere Aufgaben warten darauf, in der nächsten Zeit umgesetzt zu werden. Gemeinsames Handeln und gegenseitige Unterstützung sind der Garant für eine gut funktionierende in-sulare Gemeinschaft. Alle hier auf Spiekeroog sollten sich bewusst sein, dass ein zukunfts- und lösungsorientiertes Miteinander der Weg zum Erhalt dieser einzigartigen Insel sein wird.

Mit Geist, Herz und gegenseiti-gem Verständnis sind selbst die schwierigsten Aufgaben zu meistern und sichert den Bestand Spiekeroogs als hochwertigen Lebensraum.

2018 wird mit Sicherheit wieder ein spannendes und interessantes Jahr und dazu wünsche ich allen einen guten Rutsch und vor allem viel Gesundheit.

Matthias Piszczan